Neuigkeiten im Archiv – 27.04.11

Am 24. April berichtete Heimo Schwilk in der „Welt am Sonntag“ ueber unsere gemeinsame Reise nach Libyen. Die Resonanz der Leser war ueberwaeltigend. Viele hoben in online-Kommentaren die ausgewogene Sicht auf die Ereignisse hervor. Offenbar gefiel dieser Zuspruch nicht allen. Die online/Kommentare auf „Welt.de“ wurden inzwischen komplett gestrichen. Neue Kommentierungen werden offenbar nicht veroeffentlicht. Ein bezeichnendes Beispiel fuer die Art und Weise, in der inzwischen die Meinungsbildung beeinflusst wird.

Ich befinde mich wieder in Libyen und berichte in den kommenden Tagen so sachlich und objektiv wie möglich auf meiner Website.

Hier finden Sie den Artikel auf www.welt.de

Neuigkeiten – 21.04.2011

Ich danke für die vielen Zuschriften der vergangenen Tage und das Echo, das meine Beiträge über Libyen ausgelöst haben. Um die Dreharbeiten abzuschließen, werde ich in den kommenden Tagen noch einmal nach Libyen reisen.

Ich werde versuchen, meine Eindrücke zeitnah auf meiner website zu veröffentlichen. Kolleginnen und Kollegen, die an aktuellem Filmmaterial, Fotos oder einem Interviewtermin interessiert sind, melden sich bitte unter unserer bekannten Adresse. Ich hoffe, am 3. Mai wieder in Deutschland zu sein.

Neuigkeiten – 20.04.2011

Wie vor mir schon andere Journalisten, so hatte auch ich die Möglichkeit, das Palast- und Regierungsgelände „Bab al-Azizia“ in Tripolis zu besuchen. In dem weiträumigen Areal sind einige Gebäude von amerikanischen Raketen zerstört worden.

Das Gelände ist inzwischen in großen Teilen für die Zivilbevölkerung zugänglich. Jeden Abend versammeln sich dort zahlreiche Menschen, um durch ihre Anwesenheit eine weitere Bombardierung zu verhindern. Ich stelle nachfolgend Szenen ein, die ich bei meinem Besuch am 17. 4. gedreht habe.

Neuigkeiten – 19.04.2011

Ich bin zurück aus Libyen und habe eine Fülle von Eindrücken, Fotos und Filmaufnahmen mitgebracht. Darunter auch Aufnahmen aus umkämpften Gebieten im Osten, die man so aus den westlichen Medien nicht kennt. Ich stelle daraus in Kürze weitere Ausschnitte auf meiner website ein.

Nach den Berichten in der hiesigen Presse hat es mich immer wieder überrascht, wie ungezwungen sich die Menschen über die Geschehnisse im Land geäußert haben, wenn sie merkten, dass ich aus Deutschland stamme. Einig waren sich alle in der Position, dass ihr Land nicht geteilt werden dürfe und die derzeitige Krise nur auf dem Wege eines friedlichen Diskurses und nicht mit Waffengewalt gelöst werden kann.

Wie ich schon schrieb, gilt die Position unseres Außenministers Guido Westerwelle vielen als einzig gangbare Brücke zur Konfliktlösung. Soweit ich die Lage beurteilen kann, tun wir Deutsche gut daran, uns weiterhin konsequent aus dem militärischen Einsatz herauszuhalten, um als ehrlicher Makler und Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen.

Die Kämpfe im Land fordern ebenso wie die Einsätze der Nato Opfer unter der Zivilbevölkerung. Die vielen Verletzte, die ich in Tripolis und Umgebung gesehen und gesprochen habe, haben meine Überzeugung gefestigt, dass der militärische Einsatz am Ende keine Lösung bieten wird.

Nachfolgend stelle ich einige Aufnahmen von Verwundeten ein, die bei einem Raketenangriff der NATO östlich von Tripolis von Bombensplittern getroffen wurden:

 Außenminister Westerwelle hat inzwischen in diesem Konflikt eine Position gewonnen, die ausschlaggebend für eine schnelle friedliche Lösung sein wird. Ihn und seine Weigerung, sich dem militärischen Einsatz anzuschließen, gilt es zu unterstützen. Bomben auf Libyen sind kein Weg zum Frieden.

Neuigkeiten im Archiv – 18.04.11

Gemäß Hitlers Parole, die deutsche Jugend müssezäh wie Leder, hart wie Kruppstahl und flink wie die Windhunde“ sein, legte die NS-Führung auf die körperliche Ertüchtigung der nachwachsenden Generation größten Wert. Dass die klassischen Sportarten später auch durch Wettkämpfe im Handgranatenweitwurf ua. ergänzt wurden, ist ein Beleg für die wahren Ziele, die die Nationalsozialisten mit dieser „Körperertüchtigung“ verfolgten. 1941 entstand während eines Bann- und Untergausportfestes der Hitlerjugend im Raum Hannover ein Farbfilm von ca. 10 Minuten Länge, aus dem wir nachfolgend erstmalig Ausschnitte vorstellen.

Neuigkeiten im Archiv – 16.04.11

Nach dem Sieg über Frankreich paradierte die 18. Armee am 14. Juni 1940 in Paris vor Generaloberst von Küchler und dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, Generaloberst von Bock. Für die Franzosen war diese Demonstration des deutschen Sieges ein Schlag ins Gesicht.

Aus dem Nachlass eines Teilnehmers konnten wir vier 16-mm-Filme erwerben, die in einer Gesamtlaufzeit von 14 Minuten Ausschnitte dieser Parade enthalten.

Neuigkeiten – 15.04.2011

Unsere Dreharbeiten gehen gut voran. Gestern Nachmittag und heute Nacht waren in Tripolis einige Detonationen infolge von Bombenangriffen zu hören. Die libysche Flugabwehr antwortete kurz. Danach herrschte wieder Ruhe. Heute ist Freitag: in der muslimischen Welt mit unserem Sonntag vergleichbar.

Am gestrigen Abend konnte ich ein Krankenhaus besuchen, in dem mehrere Patienten, die durch Bombenangriffe der NATO verletzt worden sind, versorgt wurden. Die Umstände, die zu den teils schweren Verletzungen führten, kann ich von hier aus nicht nachprüfen. Es ist aber offensichtlich, dass unbeteiligte Zivilisten durch Bombenangriffe sterben und verletzt werden. Ich konnte mich bei dieser Gelegenheit mit einem jungen Mann unterhalten, der gebrochen englisch sprach und der mir erzählte, dass er unter einer infolge eines Bombardements zusammengebrochenen Wand begraben wurde. Seine beiden Beine waren so stark zerschmettert, dass sie amputiert werden mussten.

Sobald die Menschen hören, dass ich Deutscher bin, kommt die Sprache auf die Position unseres Aussenministers Guido Westerwelle. Seine Forderung nach einer politischen Loesung des Konflikts ist bekannt und wird nach meiner Einschaetzung uneingeschränkt begrüsst.

Karl Höffkes

Neuigkeiten im Archiv – 15.04.11

Nach dem Wiener Kongress entstand der Kreis Elbing im Regierungsbezirk Danzig. Seit 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in Ostpreußen und Westpreußen wurde der Landkreis Elbing Bestandteil Westpreußens.

Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1920 musste der westlich der Nogat gelegene Teil des Landkreises Elbing an die Alliierten und Assoziierten Hauptmächte zur Bildung der Freien Stadt Danzig abgetreten werden. Der Landkreis Elbing verlor 25 % seines Territoriums und 23 % seiner Einwohner. Erst 1922 wurden endgültige Regelungen hinsichtlich der Reste der Provinz Westpreußen getroffen.

Zum 1. Juli dieses Jahres wurde der Landkreis Elbing förmlich in die Provinz Ostpreußen eingegliedert. Nach der Besetzung Polens durch die Deutsche Wehrmacht wurde der Landkreis Elbing Teil des neugebildeten Reichsgaus Westpreußen. Im Frühjahr 1945 besetzte die Rote Armee das Kreisgebiet, das anschließend unter polnische Verwaltung gestellt wurde. Fast alle deutschen Bewohner des Kreisgebiets wurden vertrieben.

Ein 16-mm-Privatfilm aus dem Jahre 1936, den wir vor kurzem erwerben konnten, enthielt auch einige Szenen aus Elbing und Umgebung.

Neuigkeiten – 15.04.2011

Ich befinde mich derzeit zu Filmaufnahmen für einen Dokumentarfilm in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Entgegen aller Meldungen, die von „schweren Bombardierungen“ oder „Unruhen“ sprechen, verläuft das Leben in der libyschen Hauptstadt ruhig und normal. Die Läden sind geöffnet, das Warenangebot ist uneingeschränkt groß.
Lediglich das Benzin scheint rationiert zu sein, denn an einigen Tankstellen bilden sich Schlangen. Die Cafes und Restaurants sind geöffnet und gut besucht, die Menschen sind freundlich und zuvorkommend. Die Position der deutschen Regierung, den Konflikt friedlich zu lösen und einen Waffenstillstand herbeizuführen, findet grosse Unterstützung.

Ich bemühe mich, auch in den kommenden Tagen objektive Eindrücke der Ereignisse zu übermitteln.

Karl Höffkes

Neuigkeiten im Archiv – 14.04.11

Um den Vertrieb landwirtschaftlicher Erträge Ostpreußens über See zu erleichtern, entwickelte man ein Kanalsystem, das die Erbauer vor ein schier unlösbares Problem stellte: zwischen den Hauptanbauflächen im ostpreußischen Oberland und den Seehäfen gab es einen Höhenunterschied von 99 Metern. Wollte man diesen Höhenunterschied durch das übliche Schleusensystem überwinden, hätte man auf einer Strecke von neun Kilometern 32 Schleusenkammern bauen müssen. Ein System, das zu teuer, zum umständlich und zu langsam gewesen wäre.

Der ostpreußische Baurat Georg Jakob Steenke entwickelte als Alternative das System der „Geneigten Ebene“, mit dem jeweils 20 Meter Höhenunterschied überwunden wurden. Dieses System verlief nach folgendem Schema: Auf jeder „Geneigten Ebene“ laufen zwei Eisenbahngleise nebeneinander, auf denen zwei Gitterwagen zur Beförderung der Schiffe zugleich bergauf und bergab aneinander vorbeifahren. Beide Gitterwagen stehen durch starke Drahtseile, die über große, sich drehende Scheiben laufen, so in Verbindung, dass der Schwung des nach unten fahrenden Wagens auf den hinauf fahrenden Wagen übertragen wird. Das sparte Energie. Zunächst baute man vier „Geneigte Ebenen“, die durch fünf Kammerschleusen ergänzt wurden. Die Schleusenkammern wurden später durch eine weitere „Geneigte Ebene“ ersetzt. Die Fahrt über eine „Geneigte Ebene“ dauerte etwa 15 Minuten. Ein Film aus dem Jahre 1937 hält eine solche Fahrt lebendig.

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