Buch „Ich traf Hitler“

Im Berlin-Story-Verlag ist jetzt das Buch „Ich traf Hitler – Interviews mit Zeitzeugen“ erschienen. Das Buch präsentiert zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit fachkundig kommentierte Transkripte von Interviews, die Karl Höffkes in den 90er Jahren mit ehemaligen Funktionären, Unterstützern und Gegnern des NS-Staates führte. Thema waren deren persönliche Begegnungen mit Adolf Hitler. Wie Herausgeber Wieland Giebel schreibt, ist das Buch nur „auf den ersten Blick eine Sammlung von Erinnerungen überzeugter Nationalsozialisten und harmloser Mitläufer.“ Vor allem enthalte es Dokumente. „Zu Wort kommen Menschen, die Hitler gekannt oder zumindest ein- oder mehrmals getroffen haben. Es handelt sich bei ihren Berichten und Schilderungen nicht um eine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Viele der Gesprächspartner haben fünfzig Jahre nach Ende der NS-Herrschaft zum ersten Mal über ihre Erfahrungen erzählt. Sie trafen Hitler in seinem ersten Zimmer in München, sahen ihn während des Putschversuchs, zum Zeitpunkt der ‚Machtergreifung‘, auf dem Berghof, in der Wolfsschanze, im Führerbunker. Der Abstand zum Erlebten war in den 1990er-Jahren groß genug. Nun wollten sie berichten – und sie hatten Vertrauen zu ihrem Gesprächspartner Karl Höffkes. Es ist sein Verdienst, überlebende Akteure des Nationalsozialismus beharrlich befragt und ihre Aussagen dokumentiert zu haben.“ – Im Buch abgedruckt sind Interviews mit dem ehemaligen Reichsjugendführer Artur Axmann, Hitlers Patensohn Egon Hanfstaengl, Hitlers Köchin Gretel Roelofs, Hitlers Adjutant Fritz Darges, Hitlers Sekretärin Traudl Junge, dem Gauleiter Tobias Porzschy und vielen anderen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 08.05.2020

Heute jährt sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Wir erinnern daran mit dem Kurzfilm „Lest we forget“, den wir hier erstmals in einer deutsch synchronisierten Fassung zeigen. Produziert wurde der Film von dem jüdisch-amerikanischen Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseur und Oscarpreisträger Norman Krasna (*1909, †1984), der gemeinsam mit einer Film-Unit der US Air Force (Captain Ellis Carter und Lieutenant William Graf) am 15./16. April 1945 das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar und den Zustand der überlebenden Internierten dokumentierte. Das Material, das die Film-Unit drehte, gehört zu den wenigen Farbfilmaufnahmen, die zum Zeitpunkt ihrer Befreiung von den Konzentrationslagern hergestellt wurden. Den hier vorliegenden Film schnitt und vertonte Krasna erheblich später. „Lest we forget“ wurde 1981 im US-amerikanischen Fernsehen in einer Programmproduktion des Simon-Wiesenthal-Centers gezeigt.
Wir weisen darauf hin, dass einige der in dem Film gemachten Angaben insbesondere zur Person Ilse Koch nicht mehr dem Stand der zeitgeschichtlichen Forschung entsprechen.

Weitere interessante Filme finden Sie auf unserem YouTube Channel.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.12.2019

Rudolf Hess, SS-Obergruppenführer und Stellvertreter des „Führers“, galt als einer der treusten Gefolgsleute Hitlers. Seine Rolle im Dritten Reich ist umstritten; die Gründe seines Alleinfluges nach England am 10. Mai 1941 werden von Historikern bis heute kontrovers diskutiert.

Kaum bekannt ist, dass Rudolf Hess auch ein begeisterter Schmalfilmer war. Sein Filmnachlass galt selbst engsten Mitarbeitern viele Jahrzehnte als verschollen. Heute können wir – nach dem Erwerb des persönlichen Filmnachlasses von Hermann Göring (das ZDF sendete dazu seinerzeit einen Zweiteiler des bis dahin unbekannten Materials) – auch den Erwerb des privaten Filmnachlasses von Rudolf Hess für unser Archiv vermelden.

Die zahlreichen 16-mm Filmrollen werden kurzfristig gesichtet, in 2K abgetastet und verschriftet. Danach steht auch dieser Nachlass, wie unser gesamtes Archiv, der historischen Forschung zur Verfügung.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 15.11.2019

Auch in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftlichen Zeitschrift des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933 – 1945 (Informationen, Nr. 90, November 191) wird auf Farbfotos aus unserem Archivbestand zurückgegriffen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 13.11.2019

Am 12. November fand die Premiere der zweiteiligen Dokumentation „Jahre der Verführung – Jahre des Untergangs. Farbfilme aus Bayern 1931–1945“ im NS-Dokumentationszentrum München statt.

Wie bereits bei den Zweiteilern „Mitteldeutschland unterm Hakenkreuz“, „Der Südwesten in Farbe“, „Berlin-Brandenburg unterm Hakenkreuz“ und „Im Land der Täter“ wurde ausschließlich historisches Filmmaterial benutzt, das
zu großen Teilen aus unserem Archiv stammt.
Weitere Quellen waren das Archiv von Helden der Geschichte, die das Material unter Leitung des „Filmarchäologen“ Hermann Pölking-Eiken aufwendig aufgearbeitet und nachvertont hat, sowie das Haus des Dokumentarfilms (Stuttgart).

Teil 1 „Jahre der Verführung. Farbfilme aus Bayern 1931-39“ wird am 18. November 2019 um 21 Uhr im BR Fernsehen gezeigt. Die Ausstrahlung des zweiten Teils „Jahre des Untergangs. Farbfilme aus Bayern 1939-45“ erfolgt eine Woche später (25. November 2019) ebenfalls um 21 Uhr im BR.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 02.10.2019

Wie bereits berichtet war unser Youtube-Kanal in den vergangenen Wochen und Monaten von willkürlichen Zensurmaßnahmen betroffen, die zu Video-Löschungen und -Sperrungen geführt haben. Da uns keine inhaltlichen Gründe für diese Maßnahmen genannt werden konnten, stellen wir die betroffenen Clips sukzessive in kommentierter Form wieder ein. Heute zeigen wir Aufnahmen eines SA- und SS-Aufmarsches in Pforzheim, die am 17. Juli 1932 entstanden.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 25.09.2019

Heute präsentieren wir einen unserer herausragenden Funde der letzten Monate. Dieser 16-mm-Film entstand am 29. Oktober 1933 im oberpfälzischen Neumarkt anlässlich einer Gedenkveranstaltung für Hitlers zehn Jahre zuvor verstorbenen Mentor Dietrich Eckart. Eckart hatte nicht nur zu dem Unterstützerkreis gehört, der Hitler zu Beginn der 20er Jahre Kontakte in die Münchner Oberschicht ermöglichte, sondern soll mit seiner paranoid-antisemitischen Weltanschauung auch einen unwesentlichen Einfluss auf den späteren Diktator ausgeübt haben.
Unser Filmfund dokumentiert die Gedenkveranstaltung in Neumarkt und enthält u.a. Nahaufnahmen Hitlers und eines seiner engen Vertrauten, des Gauleiters von München-Oberbayern, Adolf Wagner. Trotz schlechten Wetters sind die Bilder gut gelungen und zudem ausgezeichnet erhalten.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 11.09.2019

Wir wiesen bereits darauf hin, dass unser Youtube-Kanal in den vergangenen Wochen und Monaten von Video-Löschungen betroffen war, die im Zusammenhang mit der aktuellen Zensurwelle auf Youtube stehen. Auf unsere Nachfragen hin konnten uns keine inhaltlichen Gründe hierfür genannt werden. Um deutlich zu machen, welch hohes Maß an Willkür hierbei zum Tragen kommt, stellen wir sukzessive die gelöschten Materialien wieder ein. Heute zeigen wir eine kommentierte Fassung eines Privatfilms, der unter dem Titel „Hitler-Tag“ einen SA-Aufmarsch in München 1932 zeigt. Wahrscheinlich handelt es sich um die Abschlussveranstaltung der Münchener NSDAP zu den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 01.09.2019

Heute vor 80 Jahren begann der deutsche Angriff auf Polen, der die englische und französische Kriegserklärung an das Reich nach sich zog: So brach ein europäischer Konflikt aus, der sich in den folgenden zwei Jahren zum Weltenbrand ausweiten sollte. Wir erinnern an den deutschen Angriffskrieg auf Polen mit dem Kurzfilm „Siege“ (deutsch: „Belagerung“) den der US-amerikanische Dokumentarist und Kameramann Julien Bryan (*1899, † 1974) produzierte. Bryan hielt sich als einziger ausländischer Filmkameramann in Warschau auf, während die Stadt belagert und von der Luftwaffe bombardiert wurde. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung konnte er ungehindert Aufnahmen machen und hielt insbesondere das Elend der Zivilbevölkerung auf Film und Foto fest. Anschließend gelang es ihm, sein Material aus dem besetzten Land zu schmuggeln und, heimgekehrt in die USA, einen zehnminütigen Kurzfilm daraus zu montieren, der bei den Oscar-Verleihungen 1941 nominiert und später in die amerikanische National Film Registry eingetragen wurde (einem Verzeichnis besonders wertvoller Filmdokumente).
Wir zeigen den berühmten Kurzfilm hier erstmal mit einem originalgetreuen deutschen Sprecherkommentar.

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