Neuigkeiten aus dem Archiv – 27.06.2018

Das Ende des 1. Halbjahrs bietet Gelegenheit, um ein kurzes Fazit über die Entwicklung des Archivs in den zurückliegenden sechs Monaten zu ziehen.

Erfreulich ist der Zuwachs an historischen Filmaufnahmen durch Zukäufe und vermehrte Überlassungen. In 2K abgetastet und verschriftet wurden seit Jahresbeginn rund 35 Stunden. Weiteres Material liegt zur Abtastung im Kopierwerk.

Damit einher geht der wirtschaftliche Erfolg. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 sind Umsatz und Gewinn deutlich gewachsen. Hierzu haben neben den gestiegenen Anfragen aus dem In- und Ausland, mehrere Dokumentarfilme für öffentlich-rechtliche Sender beigetragen, die ausschließlich oder zu einem überwiegenden Teil mit Material aus unserem Archiv produziert wurden.

Da uns vermehrt Nachfragen nach interessantem Farbfilmmaterial aus den 50er Jahren erreichen, bauen wir den Archivbestand für diesen Zeitraum gezielt ausgebaut. Besonders erwähnenswert sind dabei mehrere Farbfilme, die den Alltag in Deutschland in der unmittelbaren Nachkriegszeit festhalten.

Parallel konnten wir wieder junge Filmemacher, Museen, Ausstellungen und didaktische Veröffentlichungen, darunter Projekte des Österreichischen Filmmuseums, von Yad Vashem und des Filmmuseums Potsdam mit Materialien unterstützen.

Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung, die uns positiv auf das vor uns liegende 2. Halbjahr blicken lässt.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 25.06.2018

Hier zeigen wir ein Stummfilmfragment mit dem Titel „Fakire und Wirklichkeit“ aus den späten 20er Jahren. Es handelt sich wahrscheinlich um die deutsche Verleihfassung eines französischen Films, in dessen Mittelpunkt der Pariser Journalist und Schriftsteller Paul Heuzé steht. Heuzé hatte Ende der 20er Jahre Aufsehen erregt, als er die Magie indischer Fakire als Tricks und Kunststücke entlarvte und diese seinerseits öffentlich vorführte. Im Zuge dessen kam es sogar zu juristischen Auseinandersetzungen, die die Manager der verunglimpften Fakire gegen ihn anstrengten. Auch war Heuzé nicht in der Lage, sämtliche Effekte zu erklären, die die Fakire zu erzeugen wussten. Wir zeigen das Filmfragment mit eingesprochenen deutschen Zwischentiteln.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 18.06.2018

Der im Auftrag des Fremdenverkehrsvereins der Hansestadt Hamburg hergestellte Stummfilm „Streifzüge durch Hamburg“ wurde im März 1939 der Filmprüfstelle Berlin vorgelegt. Die Aufnahmen erwecken allerdings den Eindruck, wesentlich früher entstanden zu sein. Interessant ist der geringe Uniformierungsgrad des öffentlichen Lebens – würde nicht in einem Zwischentitel der „Adolf-Hitler-Platz“ (Rathausmarkt) erwähnt werden, könnte man glauben, der Film sei vor 1933 entstanden. Unser Sprecherkommentar gibt die originalen Zwischentitel wieder.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 14.06.2018

1933 brachte Hans Cürlis unter dem Titel Bayerische Heimat. Vom Frankenland bis zu den Alpen einen abendfüllenden Landschaftsfilm heraus, der neben einigen wenigen politisch gefärbten Sequenzen auch und vor allem grandiose Landschafts- und Städteaufnahmen sowie faszinierende Milieu- und Handwerksstudien enthält. Wir haben aus dem Material dieses kulturgeschichtlich wertvollen Stummfilms eine neunteilige Reihe erstellt. Zugunsten einer möglichst großen Nähe zum Original haben wir den Wortlaut der Zwischentitel auch in den politischen Passagen beibehalten. Die Musik stammt vom Ambient-Künstler Christian Fiesel, der auch für zahlreiche unserer neueren Dokumentarfilme seine Kompositionen zur Verfügung stellte.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 11.06.2018

Unter dem Titel „Zwei Sprachen einer Kunst“ brachte der Kulturfilmmacher Hans Cürlis 1958 ein kunstdidaktisches Doppelportrait der Maler Lesser Ury und Wassily Kandinsky heraus. Für diesen Film verwendete Cürlis Material, das er 1929 in den Berliner Ateliers der Künstler gedreht hatte. Wir zeigen einen zweiten Ausschnitt aus dem Film, der Wassily Kandinsky (* 1866, † 1944) bei der Arbeit zeigt. Der in Moskau geborene Künstler war Wegbereiter des Expressionismus und der abstrakten Kunst und Mitglied der Berliner Secession. Von 1922 bis 1933 lehrte er am Bauhaus in Weimar. Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten kehrte er Deutschland den Rücken – zahlreiche seiner Werke waren 1937 in der nationalsozialistischen Schmäh-Ausstellung „Entartete Kunst“ zu sehen.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.06.2018

Am 16. Juli 1943 fand im britischen Newark die Beisetzung Władysław Sikorskis statt, Ministerpräsident der polnischen Exilregierung in London und Oberbefehlshaber der polnischen Streitkräfte in Großbritannien. Sikorski war zwölf Tage zuvor bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz nahe Gibraltar ums Leben gekommen. Bis heute kursieren Mutmaßungen darüber, ob der Absturz die Folge sowjetischer Sabotage war. Der hier gezeigte Film dokumentiert die Trauerfeier zu Ehren des polnischen Patrioten, dessen Gebeine auf einem Friedhof polnischer Flieger ruhten, bevor sie 1993 nach Krakau umgebettet wurden.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 01.06.2018

Volendam – der Name des nordholländischen Fischerdorfes ist international gleichbedeutend mit Trachten und Folklore. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Volendam ein Anziehungspunkt für Touristen. Wie dieser Privatfilm zeigt, gehörten während der deutschen Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg auch Wehrmachtsoldaten zu den Besuchern Volendams.

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