Neuigkeiten aus dem Archiv – 23.12.2018

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“ – Um kontroverse Äußerungen war er nie verlegen, auch nicht im hohen Alter: Am 10. November 2015 starb Helmut Schmidt, der am 23. Dezember dieses Jahres seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte. Und so streitbar wie seine Standpunkte zur multikulturellen Gesellschaft, zum Journalismus oder zur direkten Demokratie waren, so unverblümt äußerte er sich Ende der 90er Jahre auch zur heiß umkämpften Reemtsma-Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 194“. Im Zusammenhang mit der Ausstellung sprach er von „Leute(n), die einen gewissen autosuggestiven Masochismus gegenüber dem eigenen Land für ihre Aufgabe halten“. Über die Ausstellung äußert sich Schmidt auch in unserem „Interview des Monats“. Zudem geht er in groben Zügen auf seine biographischen Erfahrungen in der deutschen Wehrmacht ein. Was Schmidt hierbei nicht erwähnt: Er selbst gehörte zu den ca. 100.000 nach der NS-Rasseterminologie jüdischen oder „jüdisch versippten“ Soldaten, die in der deutschen Wehrmacht kämpften.

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