Neuzugänge im Archiv – 09.03.09

Wie nachhaltig der Antisemitismus der Nationalsozialisten in Teilen der deutschen Gesellschaft seine menschenverachtende Wirkung entfaltete, zeigen neuaufgefundene private Filmaufnahmen aus einem Karnevalszug in einer rheinischen Kleinstadt aus dem Jahr 1940: „Karnevalisten“ mit stigmatisierenden Masken werben unverhohlen für die Ausweisung der Juden nach Palästina. Der deutsche Michel fegt anschließend mit einem Besen symbolisch die Straßen sauber.

Bilder wie diese schürten den Antisemitismus und bereiteten den Boden für den Massenmord an den europäischen Juden.

Neuzugänge im Archiv – 09.03.09

Superfund in Österreich! Ein befreundeter Historiker aus Wien hat uns den Weg zu einem Filmer geöffnet, der mit seiner 9,5-mm Pathe-Kamera die Ereignisse während des Juliputschversuches der österreichischen Nationalsozialisten im Jahr 1934 in Wien festgehalten hat. Der Putsch begann mit dem Eindringen von rund 150 als Soldaten des Bundesheeres und als Polizei verkleideten Nationalsozialisten in das Bundeskanzleramt am Wiener Ballhausplatz und gipfelte in der Ermordung des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Dr. Engelbert Dollfuss. Versteckt und teilweise aus einer fahrenden Straßenbahn heraus hat der inzwischen hochbetagte Filmamateur die dramatischen Tage mit seiner Kamera festgehalten. Das Material ist bis heute unveröffentlicht. Nach unserem Kenntnisstand verfügen wir damit über die einzigen bislang bekanntgewordenen privaten Filmaufnahmen des Juliputsches 1934!

Die einzigartigen Aufnahmen werden ergänzt durch mehrere Filme mit Heimwehrparaden in der 1. Republik und der Ankunft Hitlers am Heldenplatz 1938.

Neuigkeiten im Archiv – 09.03.09

Nach Fertigstellung der Dokumentation „Den Krieg nach Deutschland tragen“, der sich mir der militärstrategischen Konzeption Lenins und Stalins zur Ausweitung der Revolution nach Westeuropa auch mit kriegerischen Mitteln beschäftigt, beginnen wir die Arbeiten an einem neuen Film. Er trägt den Arbeitstitel: „Europa 1938 – das letzte Friedensjahr“ und zeichnet die Lage und die verschiedenen Interessen in Europa ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkriegs nach. Bislang nie gezeigte privat gedrehte Farbfilme aus Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz, Holland, Frankreich, Irland, Norwegen und England lassen die Atmosphäre eines Zeitabschnittes lebendig werden, in dem hinter den Kulissen von Politik und Diplomatie bereits die Grundlagen für die Katastrophe des Jahres 1939 gelegt werden.

Stimmen zum Archiv – 09.03.09

Karl Höffkes verfügt über sehr eindrucksvolle Bilder aus Afghanistan. Bei vielen Reisen – zuletzt auch mit der Bundeswehr – hat er die Landschaft, die Menschen, den Einsatz unserer deutschen Soldaten sowie zahlreiche humanitäre Projekte mit der Kamera festgehalten. Ich bin froh und dankbar, dass er uns diese Filmsequenzen für die Arbeit von Lachen Helfen e.V. , der Initiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, kostenlos zur Verfügung stellt. Wir haben u.a. durch den Einsatz dieses exzellenten Imagefilms schon viele neue Förderer gewonnen, darunter eine ganze Anzahl hochkarätiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Showbusiness und renommierten Organisationen Verbänden (NGO’s). Mehr hierzu unter: www.lachen-helfen.de

Roderich Thien

Oberstleutnant d.R. Roderich Thien
1. Vorsitzender Lachen Helfen e.V.

[media id=31 width=386 height=308]

Neuzugänge im Archiv – 06.03.2009

Hamburg. Ein umfangreiches 8-mm-Film-Konvolut, das ein Filmenthusiast in den 30er und 40er Jahren drehte, ergänzt ab sofort unseren Archivbestand. Von einem engagierten Zelluloid-Sammler erhielten wir neun 8-mm Filme mit einer Gesamtlauflänge von rund 100 Minuten. Die zum Teil in Farbe gedrehten Privataufnahmen zeigen Aufnahmen ua. aus Berlin, Hamburg und Dresden der 30er Jahre, die Rückkehr und die Begrüßung der Wehrmacht aus dem Westfeldzug nach Berlin, einen Tag im Leben des weiblichen Reichsarbeitsdienstes, Aufnahmen vom Bau des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, diverse Aufmärsche der Wehrmacht, darunter eine Parade mit modernsten Kraftfahrzeugen aus dem Jahr 1939 und eine Reise nach England. Szenen des neuen Materials stellen wir in Kürze ein. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal für die großzügige Überlassung des historisch bedeutsamen Materials.

Stimmen zum Archiv – 04.03.2009

Als Bildgedächtnis einer Epoche bieten Originalaufnahmen einen authentischen Blick auf die Geschichte. Wenn die Erinnerungen von Augenzeugen langsam verblassen, werden Archivmaterialien immer wichtiger. Karl Höffkes sammelt diese Filmaufnahmen mit viel Leidenschaft und Verstand. Sein Sortiment an außergewöhnlichem Material ist der Beweis für jahrzehntelange Recherchen und präzise Fachkenntnis. Filmemacher sind ständig auf der Suche nach bisher nie gezeigtem Material. Aus Kellern, Speichern und Privatsammlungen fördert die Agentur Karl Höffkes immer wieder neue erstaunliche Funde in Farbe zutage. Seit vielen Jahren ist Herr Höffkes eine hilfreiche Stütze bei unseren zeitgeschichtlichen Produktionen. Auf der Suche nach Archivaufnahmen ist die Agentur Höffkes die beste Anlaufstelle und ein verlässlicher Partner. Meist hat er nicht nur einiges Material, sondern auch gute Recherchehinweise. Danke für die gute Zusammenarbeit!

Oliver Halmburger,
ist seit 1992 für verschiedene Fernsehsender tätig. Seit 2001 ist er Geschäftsführer der Loopfilm GmbH, München. Er zeichnet verantwortlich für Buch und Regie bei Dokumentationen und Doku-Spielen wie zum Beispiel. „Hitlers Frauen – Eva Braun“ (2001), „Das Geheimnis von U-166“ (2002), „Stalin – Der Kriegsherr“ (2003), „Geister – Dimension PSI“ (2003), „Die Hölle von Monte Cassino“ (2004), „Soraya und der Schah“ (2005) „Familie Hitler“ (ZDF 2005), „Fritz Wunderlich – Leben und Legende“, „Die Hölle von Verdun“ (2006), „Das Wunder von Mogadischu“ (2007), „Stauffenberg – die wahre Geschichte“(2009

Neuzugänge im Archiv – 04.03.2009

Ein in Dublin/Irland angekaufter privat gedrehter 16-mm-Film entpuppte sich als historisch bedeutsamer Fund: neben allgemeinen Aufnahmen aus Irland enthält die Filmrolle etwa acht Minuten Farbaufnahmen von der Internationalen Flottenparade in Porthsmouth 1937 anlässlich der Krönung von König Georg VI. Die Aufnahmen zeigen neben zahlreichen britischen Schiffen auch die erste internationale Hissung der estnischen Marineflagge auf dem U-Boot „Kalev“, den japanischen Schweren Kreuzer Ashigara und deutsche Schlachtschiffe. Soweit bekannt, sind dies die ersten bekannt gewordenen Farbfilmaufnahmen der Flottenparade. Nach Abtastung stellen wir die Aufnahmen zur Sichtung ein.

Neuzugänge im Archiv – 03.03.2009

Vor 90 Jahren, am 28. März 1919 – viereinhalb Monate nach Kriegsende – lief nach drei Jahren britischer Seeblockade das erste Schiff mit Lebensmitteln in einen deutschen Hafen ein. Was die Geschichtsschreibung heute weitgehend verdrängt, war für die deutsche Zivilbevölkerung eine Tragödie. Um die moralische Kriegsbereitschaft der deutschen Seite zu unterminieren, hatten die Briten ab 1916 eine Seeblockade in der Nordsee errichtet, die dazu führte, dass selbst neutralen Schiffen die Lieferung von Lebensmitteln nach Deutschland unmöglich war. In Deutschland herrschte ab dem Winter 1916 („Steckrübenwinter) in weiten Teilen der Bevölkerung Hunger.

Dass diese Blockade auch weitergehenden strategischen Zielen diente, zeigte sich, als sie nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 bestehen blieb. Die Alliierten begründeten ihre Entscheidung mit dem Hinweis, dass es sich nur um einen Waffenstillstand und nicht um einen Friedensvertrag handelte und man den Deutschen keine Gelegenheit geben wolle, sich militärisch zu restrukturieren. Ein offensichtlicher Vorwand; tatsächlich hielten die Siegermächte die Hungerblockade aufrecht, um Deutschland später ihre Friedensbedingungen aufzwingen zu können.

Das von Gunnar Heinsohn herausgegebene „Lexikon der Völkermorde“ vermerkt dazu: „Weil die Lebensmittelblockade der Alliierten ungemein effektiv funktionierte, starben etwa eine Million Zivilisten in Deutschland und Österreich an Unterernährung“. Unter den Opfern waren vor allem Kinder und Frauen. Wie viele von ihnen der weitergeführten Hungerblockade nach Kriegsende zum Opfer fielen, ist heute nicht mehr exakt feststellbar. Unbestreitbar ist aber, dass die Verlängerung der Seeblockade durch die Alliierten das Leid der deutschen Zivilbevölkerung monatelang grundlos verlängerte.

Kolleginnen und Kollegen, die sich mit diesem Thema beschäftigen wollen, können wir ausreichend Filmmaterial aus dem Jahr 1919 zur Verfügung stellen.

Neuigkeiten – 02.03.09

Wir freuen uns, die aktuelle Produktion „Sommer 1939“ der Kölner Tag/Traum Filmproduktion mit unserem Material unterstützt zu haben.

Den beteiligten Kolleginnen und Kollegen wünschen wir Erfolg und gute Quoten!

Neuzugänge im Archiv – 02.03.2009

Private Filmaufnahmen eines deutschen Offiziers bieten interessante Einblicke in die Zeit des Polenfeldzuges im September 1939. Die Aufnahmen zeichnen die Ereignisse im Frontabschnitt eines deutschen Infanterieregiments nach und enden an der neu geschaffenen deutsch-russischen Grenze in Przemysl. Hier treffen die sowjetischen Güterzüge mit Rohstoffen ein, mit denen Stalin deutsche Maschinen und Güter bezahlt, die er aufgrund des deutsch-sowjetischen Kreditabkommens vom 23. August 1939 einkaufen kann. Da sich die Spurbreiten der deutschen Reichsbahn von denen der sowjetischen Eisenbahn unterscheiden, muss in Przemysl umgeladen werden.

Geliefert wurden neben 500.000 Tonnen Phosphat, 100.000 Tonnen Chrom, 500.000 Tonnen Eisenerz, 900.000 Tonnen Mineralöl auch Baumwolle, Platin, Manganerz, Weizen und Gemüse. Viele Historiker sind inzwischen der Auffassung, dass Stalin hoffte, mit diesen Rohstoffen Deutschland so stark zu machen, dass es einen möglichst langen Abnutzungskrieg gegen Frankreich und England führen könnte. Am Ende, so Stalins Kalkül, sollte Europa so weit destabilisiert sein, dass seine Rote Armee die Revolution mit Gewalt nach Europa tragen könnte.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner
Visit Us On FacebookVisit Us On YoutubeCheck Our Feed