Neuzugänge im Archiv – 21.04.09

Wir berichteten bereits über den Fund eines Originalfilms aus dem Ghetto Reichshof“. Über den nur in kurzen Ausschnitten auf einem Videoband bekannten Film, dessen Original als verschollen galt, schreibt das Fritz Bauer Institut in der „Cinematographie des Holocaust“:

„Zeszow Reichshof während der deutschen Besetzung im Frühjahr 1940. Der Film enthält Szenen aus dem Ghetto: “Distrikt Krakau Kreishauptmannschaft Reichshof (Rzeszow)”. Ruinen mit Publikumsverkehr, darunter Ghettobewohner mit Armbinden. Marktplatz mit Passantenverkehr. Stadtbilder mit vereinzelten Ghettobewohnern und deutschen Soldaten unter den Passanten. Schild über einem Hauseingang: “Kino Apollo”. Zwei gut gekleidete Ghettobewohnerinnen gehen Arm in Arm die Straße entlang. Gebäude mit Schild: “Deutsches Haus”. Gelage mit Essen und Trinken von Angehörigen der örtlichen deutschen Verwaltung (zivil und uniformiert). Tisch voller Flaschen und Gläser. Singende Männer mit erhobenen Gläsern am Tisch. In vorgerückter Stunde werden von den Zechern jüdische Rituale karikiert: umgehängte Gardine und über den Kopf gezogene Uniformjacke als Gebetschal, sowie mit einem Kissen auf dem Kopf. Ein Zigeuner spielt dazu auf der Geige.“

Wir stellen nachfolgend erstmals Ausschnitte aus dem Fund vor.

Stimmen zum Archiv – 20.04.09

„Wer Filme zur Zeitgeschichte macht, kommt an Karl Höffkes und seinem Archiv nicht vorbei. Was dort in jahrelanger, detektivischer Arbeit zusammengetragen wurde, ist ein Filmschatz besonderer Qualität. Immer wieder gelingt es Karl Höffkes, erstaunliche Filme zu entdecken und so historisch bedeutsame Quellen zu erschließen, die uns helfen, die Geschichte besser zu verstehen. So gelang es ihm, Filme aus dem Privatarchiv von Hermann Göring ausfindig zu machen, die dann Fernsehzuschauer weltweit in der Trilogie „Göring – Eine Karriere“ sehen konnten.

Karl Höffkes ist nicht nur Sammler aus Leidenschaft. Er leistet mit seinem Archiv einen wichtigen Beitrag, das Geschichtsbewusstsein zu stärken. Denn es sind vor allem die Filmaufnahmen von Privatpersonen, die uns einen unverstellten und oft überraschenden Blick auf die Vergangenheit ermöglichen. Nach solchen Bildern sucht Karl Höffkes, und immer wieder findet er sie.“

Jörg Müllner, Produzent, Journalist und Regisseur seit über 20 Jahren, ist Geschäftsführer der History Media GmbH, eine auf zeitgeschichtliche Dokumentationen spezialisierte Produktionsfirma, die mit zahlreichen Primetime-Dokumentationen auf sich aufmerksam machte. Für seine Trilogie „Göring – Eine Karriere“ (2006) wurde er mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Der studierte Historiker ist Autor weltweit ausgestrahlter Dokumentationen wie „Hitlers Helfer – Eichmann“, „Hitlers Frauen – Zarah Leander“, „Das deutsche Wirtschaftswunder“, „Die SS – Heydrichs Herrschaft“, „Die Gefangenen – Ab nach Sibirien!“, „Kanzler – Ludwig Erhard“ „Stalingrad“, „Majestät! Abdullah von Jordanien“, „Rommels Krieg“ und „Rommels Schatz“, „Der Bunker – Hitlers Ende“, „Hitlers Österreich“ oder „Tunnel in die Freiheit“.

Neuzugänge im Archiv – 20.04.09

Wie bereits berichtet, konnten wir einen geschlossenen Filmfundus einer deutschen Flakeinheit erwerben. Das Material ist inzwischen digital erfasst und inhaltlich bestimmt. Die Aufnahmen stammen aus dem Bereich des Luftgaus XI und umfassen den Zeitraum von der Aufstellung der Einheit bis zu deren Kriegseinsatz. Ausschnitte stellen wir nachfolgend vor.

Neuzugänge im Archiv – 14.04.09

Wie wir Ende März bereits angekündigt hatten, liegen uns cirka 60 Minuten Filmmaterial des Jagdgeschwaders 54 „Grünherz“ (Russland 1941/42) neu vor.
Die Aufnahmen zeigen unter anderem den Alltag des Geschwaders auf dem Fliegerhorst, Jagdflugzeuge und Transportmaschinen, Soldaten in Winterkleidung, Ausrüstung, hochdekorierte Piloten, sowie einige Sequenzen mit Adolf Galland.

Neuzugänge im Archiv – 09.04.09

Komplette Filmkonvolute aus den 30er Jahren bis zum Kriegsende sind angesichts der inzwischen vergangenen Zeit und der Verluste in den Wirren der letzten Kriegsjahre selten. Umso wichtiger und historisch von Bedeutung ist ein Fund, den wir in Frankfurt machen konnten. Aus dem Nachlass eines ehemaligen Offiziers einer deutschen Flakeinheit konnten wir mehrere Rollen mit privat gedrehten Aufnahmen erwerben, die die Aufstellung der Einheit, die Ausbildung und den Kriegseinsatz festhalten. Dass der Filmer sein Handwerk verstand und mit gutem Auge die Details festhielt, ist besonders erfreulich. Bislang haben wir rund 50 Minuten des Materials gesichtet und inhaltlich bestimmt. Die Angehörigen, bei denen wir uns für die Filme bedanken, gehen davon aus, dass sich noch weitere Filme finden. Wir sind sehr gespannt und informieren umgehend. Ausschnitte des Materials stellen wir in Kürze ein.

Neuzugänge im Archiv – 07.04.09

Vor wenigen Tagen berichteten wir von einem Filmfund mit Amateuraufnahmen von polnischen Truppen, die im Krakauer Schlosshof Aufstellung genommen haben, um anschließend durch die Stadt zur Front zu marschieren. Die seltenen Aufnahmen liegen inzwischen abgetastet vor. Ausschnitte daraus können wir heute einstellen.

Neuzugänge im Archiv – 07.04.09

Wie bereits berichtet, konnten wir in Wien ein Konvolut privat gedrehter Filme aus den Jahren 1934 bis 1938 erwerben. Die Filme mit einer Gesamtlauflänge von rund 65 Minuten sind inzwischen abgetastet und archiviert. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge der Aufnahmen vom 9. und 10. April 1938. Die Qualität der Bilder ist ebenso bemerkenswert wie der Blick des Filmers für Details. Die Aufnahmen vermitteln einen unverstellten Eindruck der Atmosphäre der Zeit und sind daher von hoher historischer Bedeutung.

Neuigkeiten im Archiv – 03.04.09

Aus dem Nachlass eines ehemaligen Offiziers aus Bochum konnten wir einen 16-mm Privatfilm erwerben, der das Leben in einer Kavallerieeinheit festhält. Rund 80% der Aufnahmen sind in Farbe gedreht.

Aktuelles – 01.04.09

Zeitgeschichte hat inzwischen auch die deutsche Comicszene erreicht. Das renommierte Comicmagazin „Zack“, das die Jugend-Kultur im Nachkriegdeutschland mitprägte, („Blueberry“, „Michel Vaillant“, „Mick Tangy“) veröffentlicht aktuell ein Heft des aus der Schweiz stammenden Comiczeichners Franz Zumstein über den deutschen Jagdflieger Hans-Joachim Marseille („Der Stern von Afrika“). Ein Schritt, der offene Kritik von renommierter Seite („Spiegel-online“: „Von Ansätzen zur Differenzierung ist … in Zumsteins Comic wenig zu spüren) hervorruft.

Kolleginnen und Kollegen, die sich für das Thema interessieren, können wir privates Filmmaterial über Hans-Joachim Marseilles anbieten, das in Afrika gedreht wurde. Eine kostenlose DVD kann abgerufen werden.


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