Neuzugänge im Archiv – 11. 01. 2011

Vor einigen Monaten hatten wir bereits gemeldet, dass wir den Nachlass von Walter Bever-Mohr für unser Archiv sichern konnten. Durch die Hilfe seiner Familie konnte dieser Fund jetzt um die beiden letzten noch fehlenden Filmrollen ergänzt werden.
Besonders beeindruckend ist der 34 Minuten lange Farbfilm der 350 Jahrfeier Schwelms aus dem Jahr 1940. Die professionell gedrehten Aufnahmen unterstreichen die besondere Stellung Bever-Mohrs unter den deutschen Schmalfilmpionieren.
Mit diesen Filmen ist der Nachlass komplett, so dass wir nunmehr an die Erstellung eine DVD mit einem Porträt und den Filmen Bever-Mohrs gehen können.

Nachfolgend zeigen wir einige Ausschnitte aus „Farbenspiel um eine kleine Stadt: die 350 Jahrfeier von Schwelm im Jahre 1940“.

Buchtipp: „UFA in Farbe“

Mit „UFA in Farbe – Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945“ legen die Autoren Friedemann Beyer, Gert Koshofer und Michael Krüger ein Standardwerk über den farbigen Spielfilm der NS-Zeit vor, dessen umfangreicher Bildteil durch qualitativ hochwertige Drucke besticht. Der Textteil des 288 Seiten starken Buches zeichnet sich durchweg durch angenehm leichte Verständlichkeit aus, so dass die Lektüre auch Lesern ohne Vorkenntnisse empfohlen werden kann.

Friedemann Beyer, ehemaliger Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, beleuchtet in seinem Beitrag über „Filmstars unterm Hakenkreuz“ die persönlichen Verflechtungen zwischen populären deutschen Filmschauspielern und den Mächtigen des Dritten Reiches. Er schildert darüber hinaus den Widerstreit zwischen den modernen Vermarktungsstrategien der Filmindustrie und ideologischen Gegenpositionen in den Reihen der nationalsozialistischen Partei. Hierbei fällt allenfalls der unnötige Gebrauch einiger amerikanischer Filmschlagworte („type-casting“, „side-kicks“) störend ins Gewicht. Gert Koshofer, Leiter der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie, beschreibt in seiner Darstellung die Entwicklung und Einführung des Agfacolor-Farbfilmverfahrens. Darin verzichtet er zugunsten der allgemeinen Lesbarkeit auf technische und chemische Detailinformationen, deren Verständnis Fachkenntnisse voraussetzen würde. Eine Fundgrube selten publizierter Hintergrundinformationen stellt der gemeinsame Beitrag Koshofers und Beyers über die Produktionsgeschichte der Farbspielfilme dar. Abgerundet wird der Band durch einen resümierenden Bericht des Sammlers Michael Krüger, Anmerkungen Friedemann Beyers über den Regisseur Hans H. Zerlett sowie eine ausführliche Filmographie, Quellenangaben und ein Personenregister.

So unverzichtbar der Textteil ist, so macht doch die prächtige Illustrierung den größten Kaufanreiz aus: Neben den originalen (leider unvollständig und in veränderter Reihenfolge abgedruckten) Kinoaushangfotos finden sich erstmals veröffentlichte Farbdias exzellenter Qualität u. a. aus dem Nachlass Zerletts. Die zum Teil notwendig gewordene Farbrestaurierung der Originaldias leistete Prof. Dr. Rudolf Gschwind (Basel).
Die Motivauswahl bei der farbigen Bebilderung von Schwarz-Weiss-Filmen erweckt allerdings den Eindruck, dass politische Filme gemieden wurden: So vermisst man etwa die in den 40ern veröffentlichten Farbportraits von Hans Albers als Carl Peters, Otto Gebühr als Friedrich II., Emil Jannings als Bismarck oder Ferdinand Marian als Jud Süß. Bedauerlich auch, dass bei dem zeitgeschichtlich interessanten Fußballfilm „Das große Spiel“ auf Screenshots zurückgegriffen wurde, statt die Farbfotoserie von den Dreharbeiten aus der Zeitschrift „Der Deutsche Film“ zu reproduzieren.

„UFA in Farbe“ ist beides: ein Liebhaberband für die Freunde des Unterhaltungsfilms der 30er/40er Jahre und zugleich ein Werk, das dieser Ära des deutschen Films neue Anhänger gewinnen wird.
Das Buch ist im Verlag Collection Rolf Heyne erschienen. Es beinhaltet 340 farbige Abbildungen und kostet 58 Euro.

Dirk Alt

In Kürze veröffentlichen wir in unserer Rubrik „Filmgeschichte“ einen Beitrag von Gert Koshofer zum Thema „Die Geschichte des farbigen Schmalfilms in Deutschland“.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 9. 1. 2011

Für eine aktuelle Dokumentation suche ich Feldpostbriefe von Angehörigen der 23. Infanterie-Division aus den Jahren 1939 – 1942. Wer derartige Briefe besitzt, wird herzlich gebeten, sich an mich zu wenden. Im Voraus vielen Dank.

Bei dieser Gelegenheit einige aktuelle Informationen: ein älterer Herr aus Wuppertal bot uns gestern seine selbst gedrehten Filme aus den Jahren 1938/39 an. Was die zahlreichen Rollen enthalten, sichten wir in Kürze vor Ort. Darüber hinaus erreichten uns Filmkonvolute aus Norddeutschland und Nürnberg, die historisch interessante Inhalte versprechen. Wir stellen in Kürze Auszüge aus diesen Materialien ein.  

Erfreulich ist auch die Entwicklung unserer website. Bis zum 9. Januar haben bereits 25.000 Interessierte unsere Seite aufgerufen. Wenn dieser Trend sich weiter fortsetzt, ist unser erstes Etappenziel von monatlich 100.000 Besuchern greifbar nahe. Auf diesem Fundament werden wir dann unsere nächsten Schritte angehen.

Neuzugänge im Archiv – 08. 01. 2011

Von besonderem Interesse sind die nachfolgend eingestellten Aufnahmen, die uns aus Nürnberg erreichten. Möglicherweise zeigen diese Bilder die Erprobung von neuen Raketen und Fallschirmen, die bei der Versorgung von eingeschlossenen Truppenteilen zum Einsatz kommen sollten.

Das uns zugänglich gemachte Material zu dieser Thematik hat ein Laufzeit von rund 18 Minuten.
Wer über genauere Informationen verfügt, wird gebeten, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Neuzugänge im Archiv – 07. 01. 2011

Im Sommer des Jahres 1936 rüstete sich Berlin für die Spiele der XI. Olympiade, die vom 1. bis zum 16. August stattfand. Einer der vielen Besucher drehte dabei diese Aufnahmen, die uns dankenswerterweise die Nachkommen zur Verfügung stellten.

Neuzugänge im Archiv – 06. 01. 2011

Während der Besatzungszeit in Dänemark drehte ein Offizier der Wehrmacht diese Aufnahmen: Alltagsbilder, eine Beisetzung und einen Feldgottesdienst. Wir konnten ca. 20 Minuten Filmmaterial aus einem Nachlass erwerben.

Neuzugänge im Archiv – 05. 01. 2011

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam auch das Ende der freien, politisch unabhängigen Jugendbewegung. Bünde wurden aufgelöst oder verboten, andere reihten sich freiwillig in die Hitlerjugend ein. Filmaufnahmen aus der Zeit vor 1933, aus der Ära des Wandervogels und der bündischen Jugend sind daher Raritäten. Umso erfreulicher ist es, wenn auf einem alten Film einige dieser raren Bilder auftauchen.

Die nachfolgenden Szenen entstammen einem Film, den ein Mitglied des „Vereins für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege“ um 1930 gedreht hat. Die Aufnahmen sind insgesamt 28 Minuten lang und zeigen Szenen aus der Grenzmark Posen, aus Monschütz in Schlesien, Parkentin in Mecklenburg und aus dem Ahrtal.

Neuzugänge im Archiv – 04. 01. 2011

Dass die Kölner allen politischen Gegebenheiten zum Trotz ihren Humor nicht verloren haben, hält ein Film aus dem Jahre 1939 fest. Bilder vom letzten Karnevalszug vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Aus dem Archiv – 03.01.2011

Vor wenigen Tagen berichtete SPIEGEL ONLINE über den verstorbenen CDU-Wirtschaftspolitiker Klaus H. Scheufelen, der unter der Codebezeichnung CAEDGE C – 120 als Informant für die CIA tätig war. Dass Scheufelen nach dem Krieg als Raketeningenieur in den USA arbeitete, ist bekannt; weniger bekannt ist, dass er schon vorher zum engsten Kreis der deutschen Raketen-Pioniere gehörte.

Seine diesbezügliche Tätigkeit und seine Zusammenarbeit mit Wernher von Braun schildert Herr Scheuefelen in einem Interview, welches ich in seinem Hause mit ihm führen durfte.

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