Auch wenn die Meldungen über Libyen derzeit durch andere Ereignisse in den Hintergrund geraten: der Krieg geht weiter. Es ist eine bedrückende Erfahrung, jeden Tag mit Einbruch der Dämmerung das Brummen der einfliegenden NATO-Bomber über Tripolis zu hören. Niemand weiß, wo die nächste Bombe einschlägt, niemand weiß, ob er die kommende Stunde überlebt.
Jeder Krieg, das zeigen uns die Bilder aus dem Kosovo, aus dem Irak und aus Afghanistan, fordert Verluste unter der Zivilbevölkerung. Insofern ist die Enthaltung der deutschen Regierung, sich nicht aktiv am Krieg zu beteiligen, richtig. Aus meinen Gesprächen ua. mit dem Stellvertretenden Außenminister Libyens und Dr. Suleiman Shahoumi, dem Leiter des Büros für außenpolitische Beziehungen des Volkskongresses und Vertreter des Chefs des Parlaments, weiß ich, dass die Bereitschaft zum Gespräch für eine friediche Lösung vorhanden ist.
Der Regierungssprecher Mussa Ibrahim hat in einer Pressekonferenz vor der internationalen Presse im Hotel Rixos die UN, die Europäische Union und die Afrikanische Union eingeladen, Vertreter nach Libyen zu entsenden, um vor Ort die Lage zu prüfen und den Friedensprozess voranzutragen.
Sollte man nicht jede Chance nutzen, um weitere Kampfhandlungen und damit Tote und Verletzte zu vermeiden?
Nachfolgend stelle ich einige Fotos von meiner letzter Reise ein, die dokumentieren, dass ich mit Vertretern verschiedenster Gruppen gesprochen habe und die einen Einblick in den Kriegsalltag geben.