Neuigkeiten im Archiv – 12.09.11

Dresden 1940. Die Sammlung von acht 16-mm-Filmen, die wir in Cottbus erwerben konnten, lagerte seit Kriegsende in einem Koffer. Einen kleinen Ausschnitt daraus veröffentlichen wir nachfolgend.

Aktuelles – 09.09.2011

Aktuelle Berichte über die Vorgänge in Syrien sind in der Regel gefiltert und subjektiv. Oft fehlen nachprüfbare Fakten und Bilder. Nachfolgend stelle ich Originalfilmaufnahmen der Unruhen in Hama ein. Ich bitte um Nachsicht, dass die Qualität nicht dem gewohnten Standard entspricht, weil in Situationen wie diesen nur Handykameras zum Einsatz kommen können.

Die Szenen zeigen bewaffnete Aufständische im Kampf gegen örtliche Polizei- und Staatseinrichtungen. Ich habe die Aufnahmen bewusst entschärft und Szenen von Erschießungen, Erhängungen und anderen Grausamkeiten zurückgehalten. Interessierten Kolleginnen und Kollegen aus den Nachrichtenredaktionen können wir etwa 45 Minuten laufendes Material anbieten.

Neuigkeiten – 08.09.2011

Nachfolgend stelle ich einige ausgewählte Fotos ein, die während der Dreharbeiten in Syrien entstanden sind.

Im Gespräch mit dem ehemaligen US-Botschafter im Irak, Edward L. Peck.

Die Umayyaden-Moschee in Damaskus. Sie ist eine der ältesten Moscheen der Welt und Vorbild für andere Moscheen im Baustil der Pfeilerhallenmoschee. In vorislamischer Zeit wurde sie als eine, Johannes dem Täufer geweihte Kathedrale errichtet.

Auf dem Weg nach Hama. Militärtransporte und Stellungen in der Stadt.

Auf den Straßen versammeln sich Oppositionelle, um gegen das Regime zu demonstrieren. Diese Demonstranten lehnen jegliche Gewalt ab und fordern friedliche Veränderungen, vor allem Zulassung von Parteien, Abbau des Geheimdienstes, Abzug des Militärs und Zulassung oppositioneller Zeitungen.

Folgen der bewaffneten Aufstände: niedergebrannte Polizeistationen und Verwaltungsgebäude. Deutlich sind die Einschüsse an den Außenmauern einer gestürmten Polizeidienststelle zu erkennen. Bei der Erstürmung sollen sieben Polizisten erschossen worden sein.

Schwer verwundete syrische Militärangehörige. Die meisten haben schwere Kopfverletzungen, was auf den Einsatz von ausgebildeten Scharfschützen schließen lässt. Einer der behandelnden Ärzte kommentierte die Verletzungen mit den Worten: „so schießen keine aufgebrachten Bauern“. Angesichts dieser Bilder und Schicksale gewinnt die Forderung nach einem Ende der Gewalt und dem Beginn eines friedlichen Diskurses zusätzliches Gewicht.

In den Straßen demonstrieren Gruppen von meist jugendlichen Anhängern des Präsidenten Assad. Neben der syrischen Flagge ist auch die gelbe Fahne der Hizbollah („Partei Gottes“) z sehen.

Im Gespräch mit Prof. Hussein (Baath-Partei) und dem Stellvertretenen Außenminister Syriens.

Aktuelles – 07.09.2011

Nachdem schon N 24 für seine aktuelle Berichterstattung auf unser Filmmaterial aus Syrien zurückgegriffen hat, strahlt heute Abend ab 23:30 der Norddeutsche Rundfunk/NDR einen aktuellen Beitrag von Dr. Uwe Sauermann über Syrien aus. Wir empfehlen diesen Beitrag trotz der späten Stunde allen Interessierten! 

Aktueller Filmfund: fast 60 Minuten 16-mm-Farbfilm, gedreht von einem Angehörigen einer deutschen Infanterie-Division in den Jahren 1939 und 1940, bereichern ab sofort unseren Archivbestand. Die Aufnahmen entstanden während der Feldzüge in Polen und Frankreich. Ausschnitte folgen nach Abtastung. Das bereits angekündigte privat gedrehte Filmmaterial aus den Niederlanden (1936), das auch eine jüdische Familie zeigt, die im Zuge des Holocaust ermorde wurde, ist abgetastet. Ausschnitte daraus veröffentlichen wir ebenfalls in Kürze.

Wir freuen uns, dass wir mit unserem Dokumentarfilmmaterial Produktionen in Deutschland (Taglich Media), den USA (Creativ Differences) und in Tschechien (Hypermarket Film) unterstützen durften. Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen Erfolg!

Neuigkeiten – 07.09.2011

In Sachen Syrien erleben wir derzeit eine Propagandaschlacht, die an die Berichterstattung über den Irak, Afghanistan und Libyen erinnert: Berichte aus zweiter Hand, nicht selten politisch motiviert und schwer zu kontrollieren. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass sich derzeit keine ausländischen Journalisten im Land aufhalten, um vor Ort zu berichten. Über die Hintergründe der Aufstände und die Politik der Regierung erfahren wir in der Regel nur aus gefilterter Sicht. Um einen ungefilterten Blick in die Atmosphäre im Land zu ermöglichen, werde ich in den nächsten Tagen meine Erfahrungen vor Ort zusammenfassen und auf meiner Website publizieren.

Nachfolgend stelle ich erste Ausschnitte unserer Filmaufnahmen aus Damaskus und Hama ein. Den Kolleginnen und Kollegen aus den Nachrichtenredaktionen stehen ab sofort etwa 30 Minuten Filmmaterial und diverse Interviews mit Vertretern der Baath-Partei und der syrischen Opposition zur Verfügung. HD im Format 16:9. Kostenlose DVDs mit TC können angefordert werden.

NEUIGKEITEN – 02.09.2011

Aus Anlass der Fachtagung „150 Jahre Farbphotographie“ (28.-30. Oktober, Wolfen), auf die wir bereits vor einigen Tagen hinwiesen, präsentieren wir in unserer Rubrik Filmgeschichte einen Sonderbeitrag von Gert Koshofer. Sein Essay trägt den Titel: 150 Jahre Farbphotographie. Eine Einordnung und Bewertung.

Der Besuch der Tagung dürfte sich nicht nur für Technikbegeisterte lohnen, denn es ist zu erwarten, dass auch seltenes, zeitgeschichtlich interessantes Bildmaterial gezeigt wird. So beschäftigt sich ein Vortrag mit dem Autochrome-Fotografen Hans Hildenbrand, der im Ersten Weltkrieg farbige Propagandafotos von der Westfront aufnahm (Bildbeispiel siehe unten). Weitere Vorträge behandeln die Verwendung der Farbfotografie in den USA, im nationalsozialistischen Deutschland und während des Zweiten Weltkriegs.

Der Anmeldeschluss ist am 28. September. Die Teilnahme kostet 50 Euro. Infos hier.

Als Appetitanreger bringen wir einige Bildbeispiele (zeitgenössische Drucke):

Hans Hildenbrand: Ballonabwehrkanone (um 1915). Farbenphotographische Gesellschaft Stuttgart Nr. 3544 Serie 104.
Rom, Forum Mussolini (um 1930). Uvachrom Nr. 6262.

Reichsparteitag 1933. Uvachrom Nr. 6321.

NEUIGKEITEN – 27.08.2011

Unsere Rubrik Filmgeschichte hat ein Update zu verzeichnen, das für die Freunde des Ufa-Kinos von Interesse sein wird: Michael A. Krüger hat uns aus seiner Sammlung Bilddokumente zum zweiten Ufa-Farbfilm Die goldene Stadt zur Verfügung gestellt. Den erläuternden Text schrieb Dirk Alt. Herr Krüger wird auf unserer Homepage nach und nach Übersichten über sämtliche Kinoaushangfotos der deutschen Farbspielfilme bis 1945 präsentieren.

Neuigkeiten – 26.08.2011

Da ich Damaskus verlassen und in Richtung Hama (ca. 215 Kilometer) gefahren bin, ist es schwierig, aktuelle Neuigkeiten übers Internet einzustellen. Meine ersten Eindrücke aus Syrien sind folgende: die in vielen unserer Zeitungen zu findende schwarz-weiß-Darstellung wird den realen Gegebenheiten nicht gerecht. Es gibt vielmehr – sowohl auf der Seite der Regierung als auch auf Seiten der Opposition – viele Grauetöne. Alle, die sich als Anhänger der Regierungen bezeichnet haben und mit denen ich sprechen konnte, halten Veränderungen (Zulassung von Parteien, Gründung oppositioneller Medien, Rückstufung der Geheimdienste) für unerlässlich. Alle Anhänger der Opposition, mit denen ich sprechen konnte, teilen diese Ansicht. Einig sind sich alle in der Forderung, dass die Gewalt aufhören muss und dass kein Syrer auf einen Syrer schießen darf. Einig sind sich auch alle, dass jede Einmischung von außen strikt zu unterbleiben hat, weil sie am Ende schädlich ist. Es handelt sich um ein innersyrisches Problem, das man von innen heraus lösen muss. Ob der jetzige Präsident am Ende bleibt oder nicht, ist für meine Gesprächspartner nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist das Ende der Gewalt und eine friedliche Umgestaltung der Gesellschaft. Erste Schritte sind bereits getan: seit gestern können Parteien gegründet werden. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich frei reisen und frei berichten kann. Ich werde bei meiner Arbeit beobachtet, aber nicht behindert. ich kann drehen, was ich möchte und habe auch zahlreiche Fotos von Soldaten, Strassensperren und anderen militärischen Einrichtungen gemacht. Das war in vielen anderen Ländern, in denen ich gearbetet habe, nicht immer der Fall.

Nur die bewaffnete Opposition trägt den Dialog, der sich langsam zu entfalten beginnt, nicht mit. Woher das Geld und die Waffen stammen, mit denen die Gruppen gegen Polizeistationen, Militäreinrichtungen und Posten vorgehen, kann nur spekuliert werden. Dass eine Destabilisierung Syriens von Interessen außerhalb des Landes bestimmt sind, ist Konsens bei allen meinen Gesprächspartnern.

Ich konnte unmittelbar nach einem Schusswechsel bei Hama verwundete Soldaten in einem Krankenhaus besuchen. Auffallend: die Verwundeten wiesen alle schwere Kopfverletzungen durch Kugeln auf. (Bilder folgen nach meiner Rückkehr). Diese Verwundung deuten die Ärzte als Beleg für Scharschützen auf Seiten der Opposition. Wörtlich sagte mir ein Arzt: „wer so schießt, ist kein einfacher Bauer“.

Ich kehre in Kürze zurück und werde dann zahlreiche aktuelle Fotos und umfassende Berichte einstellen. Unter den jetzigen Umständen muss ich mich auf diese kurze Beschreibung beschränken.

Gruß

Karl Höffkes

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