Neuigkeiten aus dem Archiv – 17.01.2013

Dass privat gedrehte Filme – anders als die offiziellen Propaganda-Wochenschauen des Dritten Reiches – nicht nur die Fassade, sondern immer wieder auch das Innenleben des NS-Regimes beleuchten, zeigen diese Aufnahmen, die ein Angehöriger der Deutschen Wehrmacht im besetzten Polen drehte: Juden in einem Ghetto, bewacht von polnischen Polizisten.

Nur wenige Monate später beginnt der organisierte Völkermord, den kaum einer der in diesem Film festgehaltenen Menschen überleben wird.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 17.01.2013

Der von uns im letzten Jahr entdeckte Reichsparteitagsfilm in Farbe, den wir inzwischen auf das Jahr 1936 datieren konnten, zieht weiterhin besondere Aufmerksamkeit auf sich. Am Montag wurde ein Ausschnitt daraus auf einer filmwissenschaftlichen Vortragsveranstaltung des Bundesarchivs, der Stiftung Deutsche Kinemathek und CineGraph Babelsberg e.V. im Berliner Arsenal Kino gezeigt (Museum für Film und Fernsehen). Die Zeitschrift Geschichte und Wissen wird diesen Filmfund in ihrer kommenden Ausgabe mit einem reich bebilderten Artikel würdigen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 16.01.2013

Zahlreiche 16-mm-Filmrollen aus dem Nachlass von Rene Deltgen gehören ab sofort zum Bestand unseres Archivs. Darunter auch diese Aufnahmen, die Rene Deltgen während der Dreharbeiten zum Film „Der Tiger von Eschnapur“ im Jahr 1958 in Indien mit seiner Kamera festgehalten hat. Die Regie führte Fritz Lang.

Die Uraufführung fand am 21. Januar 1959 in Hannover im Palast-Theater statt. Im März des gleichen Jahres erschien die Fortsetzung „Das indische Grabmal„.

Neben Rene Deltgen spielten ua. Debra Paget, Paul Hubschmid und Claus Holm. Produzent war die CCC Film von Artur Brauner.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 14.01.2013

Im Zuge des Versailler Vertrages hatte Deutschland 1919 seine vier Kolonialgebiete in Afrika: Togo, Kamerun, Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika offiziell verloren. Ein Verlust, den viele Deutsche als „nationale Schmach“ empfanden. Der Kolonialrevisionismus der Weimarer Republik kämpfte daher für ihre Wiedergewinnung.

Eine Forderung, die zunächst auch von den Nationalsozialisten übernommen wurde und nach außen in nostalgischen Aufmärschen und Ausstellungen Ausdruck fand. Inwiefern das von General Ritter von Epp geleitete „Kolonialpolitische Amt der NSDAP“ tatsächlich Ausdruck neuer Kolonialbestregungen war, wird bis heute kontrovers diskutiert. Tatsache ist: am 13. Januar 1943 wurde das Amt aufgrund eines Erlasses Hitlers ersatzlos aufgelöst.

Die hier eingestellten Ausschnitte eines Umzugs aus dem Jahre 1938 sind von historischer Bedeutung, da es die einzigen bislang bekannten Farbfilmaufnahmen zum Thema Kolonien sind.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 11.01.2013

Einen unverstellten Einblick in den Kasernenalltag, Ende der 30er Jahre, ermöglicht ein 16-mm-Film, den wir aus Süddeutschland übereignet bekamen.

Neben bekannten Einstellungen finden sich darauf auch ungewöhnliche Szenen, wie Übungen zur Festnahme von Agenten in Zivil und die Ausbildung von Schäferhunden für den militärischen Einsatz.

Der ca. 15 Minuten lange Film liegt in HD vor.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 09.01.2013

Aufnahmen vom Ostfeldzug, entstanden zwischen 1941 und 1944 im Bereich der 5. Infanterie-Division. Im Januar 1942 kam die Einheit erneut an die Ostfront, wo sie am Unternehmen Brückenschlag zur Befreiung der im Kessel von Demjansk eingeschlossenen deutschen Truppen teilnahm und bis Ende 1943 Stellungen im Raum Staraja Russa bezog.

Im Juli 1942, zu diesem Zeitpunkt kämpfte die Division südlich des Ilmensees, wurde die Division in 5. Jäger-Division umbenannt. Im März 1944 trat sie im Verbund des LVI. Panzer-Korps unter General Hoßbach mit der 5. Panzer-Division und der 131. Infanterie Division zum Entsatzangriff auf Kowel an.

Selten zu sehen und unter historischen Gesichtspunkten besonders interessant, sind die Aufnahmen vom Verlegen einer Mine und des Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer, das am rechten Ärmel in Höhe des Oberarms getragen wurde.

Das so genannte Panzervernichtungsabzeichen wurde am 9. März 1942 gestiftet und bestand aus einem rechteckigen Aluminiumgespinst (32 mm x 90 mm), ober- und unterhalb abgegrenzt durch etwa 3 mm eingewirkten dünnen schwarzen Stoffstreifen und einem mittig aufgesetzten, aus Blech gestanzten silberfarbenen Panzer.

Aus Platzgründen wurde am 18. Dezember 1943 das Goldene Panzervernichtungsabzeichen gestiftet, das sich durch das goldfarbene Gespinst und den goldfarbenen Panzer vom einfachen Abzeichen unterschied und nach Abschuss des 5. Panzers verliehen wurde. Insgesamt wurden bis Kriegsende ca. 14.000 Panzervernichtungsabzeichen verliehen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 07.01.2013

Gerne machen wir auf die TAG/Traum-Dokumentation „Kriegswende Winter 42/43“ aufmerksam, zu der wir Material beitragen konnten und die heute Abend in der ARD um 22.45 Uhr zu sehen ist.

Winter 42/43; der zweite Weltkrieg tobt in Europa. Die Alliierten landen in Nordafrika und in Stalingrad geht die 6. deutsche Armee unter, während in den Konzentrationslagern die Vernichtungsmaschine weiterläuft. Die deutschen Städte sind regelmäßig Ziel nächtlicher Bombenangriffe und in Berlin fordert Goebbels den „Totalen Krieg“. In diesem Winter 1942/43 beginnen auch regimetreue Deutsche zu ahnen, dass der Krieg verloren ist. Und in vielen Menschen keimt die Hoffnung auf eine Befreiung vom Nationalsozialismus Der Film liefert ein komplexes Bild von Europa im Krieg und beschreibt die Situation, als noch nicht klar war, wie alles enden würde.
Vor dem Hintergrund der Ereignisse zwischen November 1942 und Februar 1943 erzählen Menschen aus verschiedenen Ländern Europas, was sie wussten, ahnten, hofften.

Wir wünschen allen Beteiligten Erfolg und gute Quoten!

Neuigkeiten aus dem Archiv – 07.01.2013

Manöverszenen aus dem Jahre 1937, gedreht von einem Filmamateur, der der 5. Jägerdivision angehörte.

Der unbekannte Filmer versteht sein Handwerk. Sein sicheres Auge für Details und die aus verschiedensten Perspektiven gedrehten Einstellungen eines Objekts sind hochprofessionell und schaffen Bilder, die man bei Amateuren eher selten findet. Die 16-mm-Filmaufnahmen des Manövers sind ca. 15 Minuten lang und liegen ab sofort in HD vor.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.01.2012

So erfolgreich wie das alte Jahr endete (am 30. Dezember sendete der NDR einen Beitrag in seiner Reihe „buten un binnen“ mit Farbfilmmaterial aus unserem Archiv), beginnt das neue: Gerne weisen wir an dieser Stelle auf einen Beitrag hin, der am 6. Januar im ZDF läuft: „Das Adlon – Die Dokumentation“ und zu dem wir ebenfalls historisches Filmmaterial beisteuern konnten.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.01.2013

Einem ehemaligen Fluglehrer der Reichssportfliegerschule Rangsdorf verdanken wir diese etwa 14 Minuten langen Filmaufnahmen im 16-mm-Format, die wahrscheinlich Ende der 30er Jahre entstanden sind. Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen Nahaufnahmen technischer Details. Das Material liegt in HD vor.

Zur Geschichte des Flughafens: Der Reichsflughafen Rangsdorf, erbaut von Professor Dr.-Ing. Ernst Sagebiel, der auch Architekt des Reichsluftfahrtministeriums und des Flughafens Tempelhof war, sollte den Sportfliegern statt in Tempelhof nunmehr in Rangsdorf eine neue Heimat bieten.
Als der Flugplatz am 30. Juli 1936, am Vorabend der Olympischen Spiele von Berlin, eröffnet wurde, zogen auch einige Prominente mit ihren Flugzeugen nach Rangsdorf. Neben dem bekannten Schauspieler Heinz Rühmann, flogen von hier aus auch Elly Beinhorn, ihr Mann, der berühmte deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer und Beate Köstlin, die später unter dem Namen Beate Uhse weltbekannt wurde.