Bereich Filmgeschichte – 13. 01. 2011

Unser Homepage-Bereich Filmgeschichte wird weiter ausgebaut. Wir freuen uns, heute einen Beitrag von Gert Koshofer präsentieren zu können, der seit vielen Jahren ein ausgewiesener Spezialist im Bereich Farbfotografie & Farbfilm ist und zu diesem Themenbereich mehrere Standardwerke verfasst hat:

Farbfotografie (3 Bände). München: Laterna Magica 1981

Color. Die Farben des Films. Berlin: Wissenschaftsverlag Volker Spiess 1988

und zuletzt: Ufa in Farbe. Technik, Politik und Starkult 1936-1945. München: Collection Rolf Heyne 2010. (Co-Autoren: Friedemann Beyer und Michael Krüger)

Gert Koshofers Beitrag für unsere Homepage behandelt „Die Geschichte der farbigen Schmalfilme“ von den 30er Jahren bis in die Gegenwart.


Neuzugänge im Archiv – 13. 01. 2011

Als besonders interessanter Fund entpuppte sich eine Rolle, die uns aus Mitteldeutschland erreichte: ein Amateurfilmer hat auf einem 16-mm-Film den einzigen Besuch Adolf Hitlers in Dresden festgehalten.

Hitler hielt sich von Montag, den 28. bis Mittwoch, den 30. Mai 1934 in der Stadt auf und begab sich von dort zurück nach Berlin. Dresden hat er danach nie wieder betreten.

Wir danken für die Überlassung der ca. 10 Minuten langen Filmaufnahmen.

Neuzugänge im Archiv – 12. 01. 2011

Am 28. September 1940 kehrte das 74. Infanterie-Regiment, das an den Feldzügen gegen Polen, die Niederlande, Belgien und Frankreich teilgenommen hatte, unter dem Jubel der Bevölkerung in seine Garnisonsstadt Hameln zurück. Die an diesem Tage gedrehten Privataufnahmen dokumentieren die Atmosphäre dieser Zeit und die berauschende Wirkung der alles umfassenden NS-Propaganda.

Über die Einsätze des Regiments ist folgendes bekannt:

Am 3.September 1939, zwei Tage nach Beginn des deutschen Überfalls, rückt das Infanterie-Regiment 74 in Richtung Polen. Jubelszenen, wie beim Ausbruch des 1.Weltkrieges, gab es keine. Das Regiment war Teil der Heeresgruppe Süd und marschierte aus dem Raum Schlesien nach Polen ein. Am Ende des Polenfeldzuges waren 79 Gefallene, 269 Verwundete und 17 Vermisste zu beklagen.

Im Westfeldzug 1940 kämpfte das Regiment als Teil der Heeresgruppe B vor allem in Holland und Belgien (Albert-Kanal, bei Leuven und im Raum Ypern und Langemark). Nach der Parade in Paris am 16. Juni, kehrte das Regiment am 28. September wieder in seine Heimatgarnison zurück.

Wir danken der Familie des Filmers, die uns den ca. 16 Minuten langen Film überließ.

Neuzugänge im Archiv – 11. 01. 2011

Vor einigen Monaten hatten wir bereits gemeldet, dass wir den Nachlass von Walter Bever-Mohr für unser Archiv sichern konnten. Durch die Hilfe seiner Familie konnte dieser Fund jetzt um die beiden letzten noch fehlenden Filmrollen ergänzt werden.
Besonders beeindruckend ist der 34 Minuten lange Farbfilm der 350 Jahrfeier Schwelms aus dem Jahr 1940. Die professionell gedrehten Aufnahmen unterstreichen die besondere Stellung Bever-Mohrs unter den deutschen Schmalfilmpionieren.
Mit diesen Filmen ist der Nachlass komplett, so dass wir nunmehr an die Erstellung eine DVD mit einem Porträt und den Filmen Bever-Mohrs gehen können.

Nachfolgend zeigen wir einige Ausschnitte aus „Farbenspiel um eine kleine Stadt: die 350 Jahrfeier von Schwelm im Jahre 1940“.

Buchtipp: „UFA in Farbe“

Mit „UFA in Farbe – Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945“ legen die Autoren Friedemann Beyer, Gert Koshofer und Michael Krüger ein Standardwerk über den farbigen Spielfilm der NS-Zeit vor, dessen umfangreicher Bildteil durch qualitativ hochwertige Drucke besticht. Der Textteil des 288 Seiten starken Buches zeichnet sich durchweg durch angenehm leichte Verständlichkeit aus, so dass die Lektüre auch Lesern ohne Vorkenntnisse empfohlen werden kann.

Friedemann Beyer, ehemaliger Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, beleuchtet in seinem Beitrag über „Filmstars unterm Hakenkreuz“ die persönlichen Verflechtungen zwischen populären deutschen Filmschauspielern und den Mächtigen des Dritten Reiches. Er schildert darüber hinaus den Widerstreit zwischen den modernen Vermarktungsstrategien der Filmindustrie und ideologischen Gegenpositionen in den Reihen der nationalsozialistischen Partei. Hierbei fällt allenfalls der unnötige Gebrauch einiger amerikanischer Filmschlagworte („type-casting“, „side-kicks“) störend ins Gewicht. Gert Koshofer, Leiter der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie, beschreibt in seiner Darstellung die Entwicklung und Einführung des Agfacolor-Farbfilmverfahrens. Darin verzichtet er zugunsten der allgemeinen Lesbarkeit auf technische und chemische Detailinformationen, deren Verständnis Fachkenntnisse voraussetzen würde. Eine Fundgrube selten publizierter Hintergrundinformationen stellt der gemeinsame Beitrag Koshofers und Beyers über die Produktionsgeschichte der Farbspielfilme dar. Abgerundet wird der Band durch einen resümierenden Bericht des Sammlers Michael Krüger, Anmerkungen Friedemann Beyers über den Regisseur Hans H. Zerlett sowie eine ausführliche Filmographie, Quellenangaben und ein Personenregister.

So unverzichtbar der Textteil ist, so macht doch die prächtige Illustrierung den größten Kaufanreiz aus: Neben den originalen (leider unvollständig und in veränderter Reihenfolge abgedruckten) Kinoaushangfotos finden sich erstmals veröffentlichte Farbdias exzellenter Qualität u. a. aus dem Nachlass Zerletts. Die zum Teil notwendig gewordene Farbrestaurierung der Originaldias leistete Prof. Dr. Rudolf Gschwind (Basel).
Die Motivauswahl bei der farbigen Bebilderung von Schwarz-Weiss-Filmen erweckt allerdings den Eindruck, dass politische Filme gemieden wurden: So vermisst man etwa die in den 40ern veröffentlichten Farbportraits von Hans Albers als Carl Peters, Otto Gebühr als Friedrich II., Emil Jannings als Bismarck oder Ferdinand Marian als Jud Süß. Bedauerlich auch, dass bei dem zeitgeschichtlich interessanten Fußballfilm „Das große Spiel“ auf Screenshots zurückgegriffen wurde, statt die Farbfotoserie von den Dreharbeiten aus der Zeitschrift „Der Deutsche Film“ zu reproduzieren.

„UFA in Farbe“ ist beides: ein Liebhaberband für die Freunde des Unterhaltungsfilms der 30er/40er Jahre und zugleich ein Werk, das dieser Ära des deutschen Films neue Anhänger gewinnen wird.
Das Buch ist im Verlag Collection Rolf Heyne erschienen. Es beinhaltet 340 farbige Abbildungen und kostet 58 Euro.

Dirk Alt

In Kürze veröffentlichen wir in unserer Rubrik „Filmgeschichte“ einen Beitrag von Gert Koshofer zum Thema „Die Geschichte des farbigen Schmalfilms in Deutschland“.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 9. 1. 2011

Für eine aktuelle Dokumentation suche ich Feldpostbriefe von Angehörigen der 23. Infanterie-Division aus den Jahren 1939 – 1942. Wer derartige Briefe besitzt, wird herzlich gebeten, sich an mich zu wenden. Im Voraus vielen Dank.

Bei dieser Gelegenheit einige aktuelle Informationen: ein älterer Herr aus Wuppertal bot uns gestern seine selbst gedrehten Filme aus den Jahren 1938/39 an. Was die zahlreichen Rollen enthalten, sichten wir in Kürze vor Ort. Darüber hinaus erreichten uns Filmkonvolute aus Norddeutschland und Nürnberg, die historisch interessante Inhalte versprechen. Wir stellen in Kürze Auszüge aus diesen Materialien ein.  

Erfreulich ist auch die Entwicklung unserer website. Bis zum 9. Januar haben bereits 25.000 Interessierte unsere Seite aufgerufen. Wenn dieser Trend sich weiter fortsetzt, ist unser erstes Etappenziel von monatlich 100.000 Besuchern greifbar nahe. Auf diesem Fundament werden wir dann unsere nächsten Schritte angehen.

Neuzugänge im Archiv – 08. 01. 2011

Von besonderem Interesse sind die nachfolgend eingestellten Aufnahmen, die uns aus Nürnberg erreichten. Möglicherweise zeigen diese Bilder die Erprobung von neuen Raketen und Fallschirmen, die bei der Versorgung von eingeschlossenen Truppenteilen zum Einsatz kommen sollten.

Das uns zugänglich gemachte Material zu dieser Thematik hat ein Laufzeit von rund 18 Minuten.
Wer über genauere Informationen verfügt, wird gebeten, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Neuzugänge im Archiv – 07. 01. 2011

Im Sommer des Jahres 1936 rüstete sich Berlin für die Spiele der XI. Olympiade, die vom 1. bis zum 16. August stattfand. Einer der vielen Besucher drehte dabei diese Aufnahmen, die uns dankenswerterweise die Nachkommen zur Verfügung stellten.

Neuzugänge im Archiv – 06. 01. 2011

Während der Besatzungszeit in Dänemark drehte ein Offizier der Wehrmacht diese Aufnahmen: Alltagsbilder, eine Beisetzung und einen Feldgottesdienst. Wir konnten ca. 20 Minuten Filmmaterial aus einem Nachlass erwerben.