Neuigkeiten aus dem Archiv – 12.03.10

In den letzten Tagen erreichten uns neben zahlreichen Anfragen von Filmproduktionen auch Anforderungen von Museen, die für Ausstellungen auf unser Filmmaterial zurückgreifen wollen. Während sich unter den Dokumentarfilmern zahlreiche „alte Bekannte“ befinden, mit denen wir seit Jahren konstruktiv zusammen arbeiten, sind die vermehrten Anfragen von Museen ein Bereich, der in den letzten zwei Jahren an Dynamik gewonnen hat. Besonders erfreut sind wir über aktuelle Anfragen aus Moskau, St. Petersburg und Kattowitz. Über die jeweiligen Ausstellungen informieren wir an dieser Stelle.

Neuzugänge im Archiv – 12.03.10

Am 6. März 1898, Kaiser Wilhelm II. träumte von einem „Platz an der Sonne“ und Kolonien in Übersee, pachtete das Deutsche Reich die Kiautschou-Bucht mit der Hauptstadt Tsingtau für 99 Jahre von China, nahm die Region unter Deutschen Schutz und errichtete ein befestigtes Fort errichtet. Als Japan am 10. August 1914 ein Ultimatum stellte und die vollständige Übergabe des Gebietes forderte, wies der deutsche Gouverneur das Ultimatum zurück.

Am 26. September 1914 begannen Sturmangriffe japanischer und britischer Truppen auf die deutschen Stellungen, die zurückgeschlagen wurden. Als Antwort zogen die Alliierten einen Belagerungsring um die Festung. Nach einem neuntägigen Artillerie-Dauerbeschuss begann am 31. Oktober ein weiterer Angriff auf die Festung, der erneut scheiterte.

Anfang November ging der eingeschlossenen deutschen Schutztruppe die Munition aus; die Männer vernichteten die gesamte Artillerie und alle Kampfboote. Am 7. November erfolgten schließlich die Kapitulation und die Besetzung Tsingtaus durch Japan.

Zu Beginn der 30er Jahre drehte ein Ingenieur, aus dessen Nachlass wir mehrere 16-mm-Filmrollen erwerben konnten, diese Aufnahmen in Tsingtau.

Neuzugänge im Archiv – 12.03.10

Private Filmaufnahmen, die die Folgen eines Bombenangriffs auf deutsche Städte dokumentieren, waren im Dritten Reich verboten. Die Nationalsozialisten wollten derartige Bilder unterdrücken, weil sie befürchteten, dass sie die „Kriegsbereitschaft“ der Bevölkerung mindern würden. Die wenigen Aufnahmen, die dennoch gedreht wurden, sind historisch von besonderem Wert, weil sie die einzigen authentischen Quellen sind, die nicht der Darstellungsweise der NS-Wochenschauen entsprechen.

Die nachfolgenden Aufnahmen stammen aus einem Film, den ein Amateur aus Sachsen drehte.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 11.03.10

Die neuste Ausgabe der Zeitschrift des Reservistenverbandes des Deutschen Bundeswehr, LOYAL, berichtet über einen gemeinsamen Vortrag von Prof. Dr. Ortwin Buchbender und Karl Höffkes vor der Landesgruppe Berlin des Reservistenverbandes.

Im Rahmen einer sicherheitspolitischen Vortragsreihe, referierten Prof. Buchbender und Karl Höffkes zum Thema: „Propaganda als Waffe – Anspruch und Wirklichkeit von Propaganda im totalitären Regime des Nationalsozialismus“.

Anhand von Originalflugblättern und privat gedrehten Filmen wurde dokumentiert, wie sich das nationalsozialistische Regime durch Propaganda und Agitation des Denkens und Fühlens der Menschen bemächtigte.

LOYAL: „Die neue Veranstaltungsform zur Sicherheitspolitik stieß bei den Mitgliedern auf große Resonanz„.

Neuzugänge im Archiv – 11.03.10

Soeben erreicht uns eine 16-mm-Filmrolle, die ein Angehöriger einer Gebirgsdivision während der Ausbildung drehte. Der etwa 15 Minuten lange Film, der Ende der 30er Jahre entstanden sein dürfte, zeigt handwerklich hervorragend gedrehte Aufnahmen aus einem Manöver im Hochgebirge.

Die letzten drei Minuten sind aufgrund der schlechten Lagerung stark geschädigt. Wir versuchen, auch diesen Teil des Film zu restaurieren und stellen in Kürze Ausschnitte ein.

Neuzugänge im Archiv – 11.03.10

Ein ca. 20 Minuten langer Privatfilm, der im Umfeld der Olympischen Spiele 1936 entstand, erreichte uns aus Stockholm. Nachfolgend zeigen wir Ausschnitte des Marathonlaufes.

Die Strecke führte damals vom Stadion über das Maifeld, Glockenturmstraße, Angerburger Allee, Havelchaussee, Kronprinzessinenweg, Königsweg, Schleife über die Avus Nordkurve und von dort wieder zurück. Sieger wurde der Japaner Kitei-Son.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 11.03.10

Die Sichtungen und organisatorischen Umstellungen im Archiv sind abgeschlossen. Ab sofort informieren wir wieder aktuell über neue Filmfunde, Vorträge und historische Dokumentationen, an denen wir mitarbeiten.

Wir bedanken uns bei allen, die uns in den letzten Tagen besorgt geschrieben haben, weil wir keine Neuigkeiten auf unsere website eingestellt haben. Das war allein der vielen Arbeit und einer umfassenden Neuorganisation des Archivs geschuldet.

Neuzugänge im Archiv – 11.03.10

Aus den USA erreichte uns ein Konvolut privat gedrehter Filmaufnahmen, die aus dem Nachlass eines britischen Offiziers stammen und in den frühen 30er Jahren enstanden sind. Nachfolgend stellen wir einen Ausschnitt eines Filmes vor, der bei der Evakuierung von Shanghai am 30. Januar 1932 gedreht wurde. Damals griffen 70.000 japanische Soldaten die Stadt an, die tagelang von chinesischen Truppen verteidigt wurde, ehe sie fiel.