Neuigkeiten aus dem Archiv – 20.07.2018

Heute präsentieren die erste Folge unseren neuen Formats „Interview des Monats“, das interessierten Zuschauern Ausschnitte aus unserem großen, bislang wenig genutzten Bestand an Zeitzeugen-Interviews zugänglich machen soll. Passend zum Jahrestag des Umsturzversuchs vom Juli 1944 beginnen wir mit einem Angehörigen des militärischen Widerstandes, der der Verfolgung durch das Regime entkam: Ewald-Heinrich von Kleist – mit vollem Namen: Ewald-Heinrich Hermann Konrad Oskar Ulrich Wolf Alfred von Kleist-Schmenzin (* 1922 in Pommern, † 2013 in Prien am Chiemsee). Kleists Vater, Ewald von Kleist-Schmenzin, hatte bereits in der Weimarer Republik zum Lager der konservativen Gegner des Nationalsozialismus gehört; in der zweiten Hälfte der 30er Jahre suchte er Kontakt zum militärischen Widerstand um Ludwig Beck, dem 1938 demissionierten Generalstabschef des Heeres, und führte Geheimgespräche mit politischen Vertretern Großbritanniens. Nach dem 20. Juli verhaftet, wurde Kleist senior am 9. April 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Sein Sohn, der zeitgleich mit ihm inhaftiert war, kam indes frei und überlebte. Ewald-Heinrich von Kleist war 1941 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment 9 in Potsdam eingetreten (ein Sammelbecken des militärischen Widerstandes) und hatte sich für einen Selbstmordanschlag auf Adolf Hitler zur Verfügung gestellt, bevor sich der Plan zur „Operation Walküre“ konkretisierte. In der Nachkriegszeit war Kleist als Jurist und Verleger tätig gewesen und hatte 1962 die Münchner Wehrkundetagung begründete, aus der die Münchner Sicherheitskonferenz hervorging. Für sein politisches und gesellschaftliches Engagement wurde Kleist vielfach geehrt. Wir zeigen nun Ausschnitte aus einem Gespräch, das Maurice Philip Remy mit ihm führte. Kleist äußert sich sowohl zu den taktischen Zielen der Verschwörer am 20. Juli 1944 als auch zu den ideellen Motiven des militärischen Widerstandes.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 09.07.2018

Genozid, Flucht und Vertreibung gehören zu den schmerzhaften Phänomenen, die das 20. Jahrhundert charakterisieren. Als frühester systematischer Völkermord gelten die Deportationen und Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich der Jahre 1915/16, an denen das Wilhelminische Kaiserreich nach Auffassung des deutschen Bundestages (Armenienresolution 2016) eine Mitverantwortung trug. Einer, der sich vehement für die Rettung der Verfolgten einsetzte, war der Theologe Johannes Lepsius, der deswegen auch als „Schutzengel der Armenier“ gerühmt wurde. Mit seiner Deutschen Orient-Mission und der Hilfe von Aktivsten wie der Dänin Karen Jeppe versorgte er während der 20er Jahre Überlebende des Völkermordes etwa in Syrien – wie dieser von Naturfilm Hubert Schonger hergestellte Stummfilm zeigt.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 05.07.2018

Bayreuth, Bamberg, Würzburg und Nürnberg stehen im Mittelpunkt des vierten Teils unserer Reihe aus dem Cürlis-Kulturfilm Bayerische Heimat. Vom Frankenland bis zu den Alpen (1933). Die Bilder der noch unzerstörten mittelalterlich anmutenden Altstädte können als besonders wertvoll gelten.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 02.07.2018

Die sogenannte Reichsausstellung „Schaffendes Volk“ fand zwischen Mai und Oktober 1937 in der „Schlageterstadt“ Düsseldorf statt und war eine der großen industriellen Messen / „Leistungsschauen“ während der Friedensjahre des NS-Staates. Farbaufnahmen dieser Ausstellung sind rar; wir zeigen farblich gut erhaltene Schnappschüsse eines Besuchers. Detaillierte Informationen zur Reichsausstellung „Schaffendes Volk“ finden Sie bei Interesse auf dieser Website.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 27.06.2018

Das Ende des 1. Halbjahrs bietet Gelegenheit, um ein kurzes Fazit über die Entwicklung des Archivs in den zurückliegenden sechs Monaten zu ziehen.

Erfreulich ist der Zuwachs an historischen Filmaufnahmen durch Zukäufe und vermehrte Überlassungen. In 2K abgetastet und verschriftet wurden seit Jahresbeginn rund 35 Stunden. Weiteres Material liegt zur Abtastung im Kopierwerk.

Damit einher geht der wirtschaftliche Erfolg. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 sind Umsatz und Gewinn deutlich gewachsen. Hierzu haben neben den gestiegenen Anfragen aus dem In- und Ausland, mehrere Dokumentarfilme für öffentlich-rechtliche Sender beigetragen, die ausschließlich oder zu einem überwiegenden Teil mit Material aus unserem Archiv produziert wurden.

Da uns vermehrt Nachfragen nach interessantem Farbfilmmaterial aus den 50er Jahren erreichen, bauen wir den Archivbestand für diesen Zeitraum gezielt ausgebaut. Besonders erwähnenswert sind dabei mehrere Farbfilme, die den Alltag in Deutschland in der unmittelbaren Nachkriegszeit festhalten.

Parallel konnten wir wieder junge Filmemacher, Museen, Ausstellungen und didaktische Veröffentlichungen, darunter Projekte des Österreichischen Filmmuseums, von Yad Vashem und des Filmmuseums Potsdam mit Materialien unterstützen.

Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung, die uns positiv auf das vor uns liegende 2. Halbjahr blicken lässt.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 25.06.2018

Hier zeigen wir ein Stummfilmfragment mit dem Titel „Fakire und Wirklichkeit“ aus den späten 20er Jahren. Es handelt sich wahrscheinlich um die deutsche Verleihfassung eines französischen Films, in dessen Mittelpunkt der Pariser Journalist und Schriftsteller Paul Heuzé steht. Heuzé hatte Ende der 20er Jahre Aufsehen erregt, als er die Magie indischer Fakire als Tricks und Kunststücke entlarvte und diese seinerseits öffentlich vorführte. Im Zuge dessen kam es sogar zu juristischen Auseinandersetzungen, die die Manager der verunglimpften Fakire gegen ihn anstrengten. Auch war Heuzé nicht in der Lage, sämtliche Effekte zu erklären, die die Fakire zu erzeugen wussten. Wir zeigen das Filmfragment mit eingesprochenen deutschen Zwischentiteln.

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Neuigkeiten aus dem Archiv – 18.06.2018

Der im Auftrag des Fremdenverkehrsvereins der Hansestadt Hamburg hergestellte Stummfilm „Streifzüge durch Hamburg“ wurde im März 1939 der Filmprüfstelle Berlin vorgelegt. Die Aufnahmen erwecken allerdings den Eindruck, wesentlich früher entstanden zu sein. Interessant ist der geringe Uniformierungsgrad des öffentlichen Lebens – würde nicht in einem Zwischentitel der „Adolf-Hitler-Platz“ (Rathausmarkt) erwähnt werden, könnte man glauben, der Film sei vor 1933 entstanden. Unser Sprecherkommentar gibt die originalen Zwischentitel wieder.

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