Neuigkeiten aus dem Archiv – 14.06.2014

In den Jahren 2009 und 2010 konnten wir den allergrößten Teil der Filme des semi-professionellen Schwelmer Schmalfilmers Walther Bever-Mohr für unser Archiv erwerben, wobei uns Bever-Mohrs Familie sehr unterstützte. In dem Nachlass befanden sich auch einige Rollen Linsenrasterfilm – gedreht nach einem frühen, heute fast vergessenen Farbfilmverfahren, mit dem auch deutsche Amateure in den späten 20er und frühen 30er Jahren arbeiteten. Linsenrasterfilme sehen äußerlich wie gewöhnliche Schwarz-Weiß-Filme aus – nur wer genau hinschaut, sieht feine, meist vertikale Streifen das Bild durchziehen: das sogenannte Linsenraster.

Um die Filme heute noch farbig vorführen zu können, benötigt man einen seltenen Objektivaufsatz für den Projektor, wobei die Farben durch die Filmschrumpfung leider stark verfälscht werden. Farbig digital abtasten konnte man Linsenrasterfilme bislang überhaupt nicht. Aus diesem Grund mussten wir Bever-Mohrs Linsenrasterfilme in unserem Dokumentarfilm „Pech auf Skiern, Glück auf Schienen“ weitgehend aussparen.

Wir gaben die Filme in die Hände von Prof. Dr. Rudolf Gschwind, Leiter des Digital Humanities Lab der Universität Basel, der sich mit um die Farbrekonstruktion von Film- und Fotomaterialien besonders verdient gemacht hat. Gemeinsam mit seinem Assistenten Joakim Reuteler entwickelte Gschwind eine spezielle Software namens doLCE, mit deren Hilfe nicht nur die Farben in neuem Glanz erstrahlen, sondern auch das störende Raster unsichtbar gemacht werden kann. Ihr Ergebnisse stellen sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Rundbrief Fotografie vor. Wir nehmen diese Veröffentlichung zum Anlass, einen Ausschnitt aus Ihrer Farbrekonstruktion zu zeigen: Urlaubsaufnahmen, die Walther Bever-Mohr in den frühen 30er Jahren in Lugano, Morcote und Triest drehte.

Wir hoffen, mit Hilfe von doLCE in Zukunft weitere Linsenrasterfilme unseres Archivs zu neuem, farbigem Leben erwecken zu können: Denn inzwischen gehören zum Archivbestand auch Linsenrasterfilme aus Berlin vor 1933 und Französisch-Marokko.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 23.09.2013

Heute vor 80 Jahren wurde in zeitgemäß propagandistischem Rahmen in Frankfurt-Schwanheim der erste Spatenstich zum Bau der Autobahn zelebriert. Wir erinnern an das Ereignis mit unserem neuen Dokumentarfilm Straßen der Vergangenheit.

Der Film-Soundtrack des Ambient-Musikers Christian Fiesel mit Stücken aus den Jahren 2011-2013 wird im Oktober als Digital Release (SBDocu001) auf dem Berliner Elektronik Label SEPARATED BEATS verfügbar gemacht.

Anlässlich des RAB-Jubiläums startet auch eine neue Internet-Präsenz, auf die wir gerne hinweisen möchten: ReichsAUTOBAHNEN – gestern und heute

Wir unterstützen dieses Vorhaben gerne und rufen diejenigen Leser auf, die eigene Sammlungen zu den Reichsautobahnen besitzen oder entsprechende Forschungen betreiben, sich mit der Redaktion von ReichsAUTOBAHNEN in Verbindung zu setzen.
Aus dem Ankündigungstext:

Autobahn ohne Geschichte geht nicht
Die in der über 100-jährigen Geschichte der Autobahnen recht kurze Phase der Reichsautobahnen von 1933 – 1949 hat diesem früher zukunftsweisendem und heute nicht mehr wegzudenkenden Verkehrsweg in vielerlei Hinsicht zahlreiche bleibende Prägungen hinterlassen.
„Autobahn“, „Autobahngeschichte“ oder gar „Reichsautobahn“ wecken als Begriffe häufig negative Assoziationen. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um die Entstehung der Autobahn und ihrer Vorläufer.
Keinem Verkehrsweg oder Verkehrsmittel kann man ohne den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext gerecht werden. Dort wo die ideologischen Komponenten des damaligen Regimes den Autobahnbau beeinflußten, sind diese aufzuzeigen. Ebenso ist auch hier für ,Nazi-Jubelbilder‘ kein Platz. Respekt verdienen lediglich die damaligen Leistungen der Autobahnbauer.
Die Seite „ReichsAUTOBAHNEN – gestern und heute“ erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Die sorgfältig und umfangreich recherchierten Beiträge bemühen sich jedoch um journalistische Qualität und wissenschaftliche Belastbarkeit. Gerne wird auch dazu gelernt und Neues erfahren. Hinweise, Anregungen und Fragen werden daher freundlichst entgegen genommen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 08.05.2012

Wir berichteten bereits mehrfach von den hervorragenden, überwiegend farbigen Filmen aus dem Nachlass von Walther Bever-Mohr, der in den 40er Jahren mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurde und in den 50ern Präsident der bundesdeutschen Amateurfilmvereinigung war.
In diesen Tagen beginnen wir mit den Schnittarbeiten zu einem Film, der Bever-Mohrs Leben und Werk zum Inhalt hat. Hierfür führten wir u.a. ein Interview mit dem Neffen Bever-Mohrs, Herrn Hans-Dietrich Mohr aus Schwelm, der heute das Familienunternehmen Bever & Klophaus führt: www.bever-klophaus.de

Wir danken Herrn Mohr für sein Entgegenkommen und seine Auskunftsbereitschaft und zeigen bei dieser Gelegenheit einen Ausschnitt aus einem Werkfilm, mit dem Bever-Mohr Ende der 30er Jahre die baulichen Veränderungen seiner Fabrik dokumentierte