Neuigkeiten aus dem Archiv – 13.07.2012

Aufnahmen eines Militäraufmarschs im Jahre 1937 in der über tausend Jahre alten ehemaligen Residenzstadt Altenburg im Osten des Freistaates Thüringen.

Die Stadt war bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten eine Hochburg der SPD, die 1932 mit der KPD eine Arbeitsgemeinschaft im Stadtrat gebildet hatte. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der Arbeiterparteien und dem Kampfbund Schwarz-weiß-rot. 91 kommunistische Funktionäre wurden verhaftet und zum Teil in Konzentrationslager verbracht. Trotz der massiven Beeinflussung erhielten bei den Märzwahlen 1933 die Kandidaten der Arbeiterparteien noch mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 12.07.2012

1934: Ein privat gedrehter Film hält einen Ausflug der Marinekameradschaft Schwerin nach Wöbbelin zum Körner Denkmal fest.

Carl Theodor Körner war ein deutscher Dichter, der durch seine patriotischen Lieder im Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft berühmt wurde. Nachdem er als Freiwilliger im Lützowschen Freikorps fiel, wurde er in ganz Deutschland zur patriotischen Heldenfigur. Nach seinem Tod wurde Körner im Dorf Wöbbelin unter der so genannten Theodor-Körner-Eiche begraben. Seine Grabstätte, rund 30 Kilometer südlich von Schwerin, war in den 30er Jahren das Ziel vieler Patrioten.

Neuzugänge im Archiv – 11.07.2012

Aktuell erweitern folgende Neuzugänge unseren Archivbestand:

– ein ca. vier Minuten langer 16-mm-Farbfilm vom „Tag der Deutschen Kunst“ in München, 1938. Die Perspektive aus einem Fenster im ersten Stock unmittelbar am Festzug ist bisher unbekannt und ermöglicht interessante Umschnitte.

ein 16-mm-schwarz-weiß-Film von einer Marokkoreise 1930. Der ca. 20 Minuten lange Film enthält neben zeitgenössischen Bildern aus Marrakesch auch ebenso seltene wie außergewöhnliche Aufnahmen der französischen Fremdenlegion und von marrokanischen Truppen.

ein 16-mm-Linsenrasterfilm. Linsenrasterfilme wurden ab Mitte der 20er Jahre bis zur Einführung der Mehrschichtfilme nach den chromogenen Verfahren (ab 1935/36) benutzt und zählen zu den frühesten Farbfilmen, die in Deutschland zum Einsatz kamen. Linsenrasterfilme sind extrem selten. Die Aufnahmen (Lauflänge ca. 20 Minuten) entstanden ebenfalls in Marokko und zeigen ua. einen ausführlich gedrehten Aufmarsch der marokkanischen Armee, inklusive mehrerer Spahi-Reiter-Regimentern. Wir bemühen uns, die alten Farben wieder zum Leben zu erwecken.

verschiedene 35-mm-Tonfilme mit Werbung für deutsche Unternehmen, darunter ein Werbefilm von Telefunken aus den frühen 30er Jahren.

Die Filme werden in HD abgetastet und stehen danach interessierten Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.

In eigener Sache: Ich befinde mich vom 12. – 23. Juli auf einer Drehreise in Ostpreußen. Das Archiv ist besetzt. Material-Anforderungen werden in gewohnter Schnelle und Zuverlässigkeit abgewickelt.

Neuigkeiten – 10.07.2012

Die Siebenbürgische Zeitung berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 10.Juli 2012 ausführlich über unsere Dokumentation „Filmen unterm Hakenkreuz – Der verschollene Filmschatz des Ernst Grelle“. Anlass war die Farbfilmsequenz einer Reise nach Ungarn und Rumänien, die Ernst Grelle im Frühsommer 1939 drehte und auf der er seltene Motive aus Siebenbürgen festhielt.

Neuigkeiten im Archiv – 06.07.2012

Hitlertag München 1932. Bislang unbekannte 16-mm-Aufnahmen eines Amateurfilmers, die ab sofort unseren Filmbestand zur Frühzeit der NSDAP ergänzen. Historische Bedeutung gewinnen die Szenen, weil sie auch den 1933 ermordeten SA-Führer Ernst Röhm zeigen, der eine Parade von SA- und Parteiverbänden auf der Widenmayerstraße in München abnimmt.

Rechts in Zivil Ernst Hanfstaengl („genannt „Putzi“), ein früher Wegbegleiter, in dessen Haus Hitler nach dem misslungenen Putschversuch 1923 Zuflucht suchte, der Gauleiter von Bayern Adolf Wagner, Rudolf Hess und Heinrich Himmler.

Neues aus dem Archiv – 05.07.2012

Nach der Zerstörung des berühmten Glaspalastes im Juni 1931 durch ein verheerendes Feuer, bei dem rund 3000 Kunstwerke vernichtet wurden, war zunächst Adolf Abel mit dem Entwurf eines neuen Gebäudes an gleicher Stelle beauftragt worden. Unmittelbar vor dem geplanten Baubeginn im Frühjahr 1933 verwarf Adolf Hitler das Projekt, bestimmte als neuen Bauplatz den jetzigen Standort des Gebäudes und übertrug Professor Troost die Planung.

Mit Troosts Entwurf wurde der erste Monumentalbau des nationalsozialistischen Regimes verwirklicht. Die Grundsteinlegung des neuen Hauses der Deutschen Kunst, bei der die hier eingestellten Szenen entstanden, erfolgte am 15. Oktober 1933 durch Adolf Hitler. Neben Hitler nahmen zahlreiche Diplomaten, Vertreter der Kirche und NS-Prominente an der Grundsteinlegung teil, darunter Joseph Goebbels, Ritter von Epp, Rudolf Hess und Adolf Wagner.

Die Aufnahmen sind ein Ausschnitt aus einem neu erworbenen Fundus von privat gedrehten 16-mm-Filmen eines Münchner Filmamateurs, die mit einer Gesamtlaufzeit von 135 Minuten unseren Archivbestand erweitern.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.07.2012

Im Zuge der aktuellen Sichtungsreise nach Ludwigsburg, Stuttgart, München und Nürnberg konnten insgesamt 12 Rollen mit privat gedrehtem 16-mm-Filmmaterial aus den Jahren 1931 bis 1945 für unser Archiv erworben werden. Die bis heute unbekannten Aufnahmen ergänzen vor allem unseren Filmbestand zur Frühzeit des Nationalsozialismus.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.07.2012

Die Umbauten an unseren Archiv- und Sichtungsräumen sind abgeschlossen. Ab sofort stehen unseren Kunden die neuen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Durch den Kauf von zwei AVID-HD-Schnittplätzen können wir unser Material ab sofort nicht nur auf Digi-Beta und DVC-Pro, sondern auch auf XD-Cam und dateibasiert auf Festplatte liefern.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 04.07.2012

Julien Bryan (1899 – 1974) war ein US-amerikanischer Dokumentarfilmer. Die größte Bekanntheit erlangten seine Filme über das Alltagsleben in Deutschland, Polen und der Sowjetunion zwischen 1935 und 1939.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges produzierte Bryan mehrere Filme über die Belagerung Warschaus durch die Wehrmacht im September 1939. Er gilt als einziger ausländischer Journalist, der sich damals in der polnischen Hauptstadt aufhielt. Über den Polnischen Rundfunk wandte er sich mit einem Appell an den US-amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt, der Zivilbevölkerung Warschaus, die unter den Luftangriffen der Deutschen litt, zu helfen.

Sein Dokumentarfilm Siege (1940), aus dem die eingestellten Szenen stammen, wurde für den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ nominiert und 2006 als „einzigartiges, erschütterndes Dokument der grausamen Brutalität des Krieges“ in das US- amerikanische National Film Registry aufgenommen.

Wir bedanken uns für diese Aufnahmen beim United State Holocaust Memorial Museum in Washington.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 03.07.2012

Im Jahre 1929 entstanden diese historisch einzigartigen Aufnahmen: bei einem Besuch in Weimar im Friedrich Nietzsche Archiv, hielt eine Besucherin die Schwester des großen deutschen Philosophen, Frau Elisabeth Förster – Nietzsche im Film fest. Therese Elisabeth Alexandra Nietzsche (10. Juli 1846 in Röcken – 8. November 1935 in Weimar), war die zwei Jahre jüngere Schwester des Philosophen Friedrich Nietzsche. Als alleinige Nachlassverwalterin ihres Bruders war sie Gründerin und Leiterin des Weimarer „Nietzsche-Archivs“, das bis heute existiert.

Mit im Bild auch Siegfried Wagner, ein Sohn Richard Wagners, der bis zu seinem Tode 1930, ein Jahr nachdem diesen Aufnahmen entstanden, die Bayreuther Festspiele leitete.

Aus dem Nachlass der Filmerin konnten wir ca. 60 Minuten Filmmaterial erwerben, das in den Jahren 1929 und 1932 entstand und zahlreiche außergewöhnliche Aufnahmen aus Weimar und Umgebung, sowie wichtiger Persönlichkeiten aus Kultur und Politik bewahrt.