Neuzugänge im Archiv – 09.11.09

Eine Filmaufnahme aus den 20er Jahren hält Szenen aus Gablonz an der Neiße lebendig. Gablonz hat eine bewegte Geschichte: zunächst Teil der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, besetzten nach Ende des Ersten Weltkriegs und der Schaffung der Tschechoslowakei im Dezember 1918 tschechische Einheiten den Ort. Das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 gliederte Gablonz zurück an das Deutsche Reich. Während des Krieges wurde die tschechische Minderheit verfolgt; die jüdische Bevölkerungsgruppe deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten deutschen Bewohner auf Grund der Benes-Dekrete vertrieben.

Aufnahmen aus Gablonz sind aufgrund der Kriegsereignisse selten; umso erfreulicher, dass ein Stück Filmgeschichte erhalten geblieben ist.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 06.11.09

Im November verzeichnen wir mit täglich rund 2.000 Zugriffen auf unsere website weiter ein deutlich wachsendes Interesse an unserem Angebot. Nach den erfreulichen Steigerungen im ersten Jahr ist es unser Ziel, in 2010 monatlich die 100.000er Marke zu überspringen.

Ich bedanke mich bei allen, die unsere historische Arbeit so aufmerksam verfolgen. Bitte weisen Sie auch weiterhin Freunde und Bekannte auf unsere website hin!

Karl Höffkes

Neuzugänge im Archiv – 05.11.09

In Berlin erstanden wir aus Privatbesitz mehrere Rollen 16-mm-Filme mit Aufnahmen von der Berliner Mauer und den Sektorenübergängen. Nachfolgend ein kurzer Ausschnitt aus dem Material.

Neuigkeiten aus dem Archiv – 05.11.09

Für seinen neuen Dokumentarfilm „Sommer in Ostpreußen – Private Filmaufnahmen aus den 30er Jahren“ interviewte Karl Höffkes zahlreiche Zeitzeugen.

Das Foto zeigt Karl Höffkes mit Maja Ehlermann-Mollenhauer, der Tochter des berühmten expressionistischen Malers Ernst Mollenhauer aus Nidden.

Neuzugänge im Archiv – 04.11.09

Aus dem Nachlass eines Kommandeurs der deutschen Luftwaffe wurden uns 16-mm-Filmaufnahmen überlassen. Die Aufnahmen mit einer Gesamtlänge von rund 70 Minuten spiegeln das Leben in einem deutschen Nachtjagdgeschwader wieder und zeigen sehr seltene Aufnahmen des „SN 2“.

Als die britische Royal Air Force (RAF) zu Beginn des Jahres 1940 ihre Bomberangriffen auf Deutschland begann, die – zum Schutz der eigenen Maschinen und Besatzungen – vorwiegend in der Nacht durchgeführt wurden, suchte die deutsche Seite nach Möglichkeiten, diese Einflüge wirksam zu bekämpfen.

Zu Anfang des Krieges befand sich die Nachtjagd noch in der Erprobungsphase. Über die „Dunkle“ und „Helle“ Nachtjagd kam es schließlich zum Einsatz des Seeburg-Lichtenstein-Verfahren, das ab1942 die deutsche Nachtjagd revolutionierte. Die massive elektronische Aufrüstung der deutschen Nachtjäger mit dem neuesten Lichtenstein SN-2 Bordradar-Gerät, das wie ein Geweih an den Maschinen angebracht wurde, führte zu schweren Verlusten der alliierten Bomber.

Die damals gewonnenen Erkenntnisse gelten bis heute als Grundlage des modernen Luftkriegs und der Zielzuweisung für gelenkten Raketen.

Neuzugänge im Archiv – 30.08.09

Ein privater gedrehter Film über die Amtseinführung von Bischof Bruno Adler durch den damaligen Reichsbischof Ludwig Müller im Jahre 1934 in Münster, ergänzt unseren Filmbestand über die Kirche im Dritten Reich.

Ludwig Müller, geboren in Gütersloh, war 1933 zum „Reichsbischof“ ernannt worden, aber bereits 1935 ohne rechtliche Befugnisse. Durch das „Sicherungsgesetz“ hatte Reichskirchenminister Hanns Kerrl die Vollmacht erhalten, rechtsverbindliche Verordnungen für die Kirche zu erlassen. Müller wurde sowohl als „Reichsbischof“ als auch als preußischer Landesbischof entmachtet und ihm wurde auferlegt, auf öffentliche Auftritte zu verzichten. Er hielt sich aber nicht an diese Auflage und hielt weiterhin Predigten und Vorträge. Aufgrund seines sinkenden Einflusses auf die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutschen Christen, suchte Müller Verbindung zur radikalen „Thüringer Kirchenbewegung Deutsche Christen“. Deren Ziel war die Schaffung einer überkonfessionellen deutschen Nationalkirche. Müller verstarb nach dem Zusammenbruch des NS-Staates in Berlin.

Bruno Adler, geboren in Itzehoe, war seit 1932 Provinzialleiter der Deutschen Christen und seit Juni 1933 Bevollmächtigter des Reichsbischofs Müller für die Kirchenprovinz Westfalen. Er verlor bereits im November 1934 die Unterstützung von Ludwig Müller. Obwohl Bruno Adler sein Amt nicht mehr ausübte, führte er weiterhin den Titel „Bischof von Münster“. Er verstarb 1954 in Minden.